Stand: 22.03.2019 20:35 Uhr

BUND: Mehr Ausgleichsflächen für Neubauten

Eine Studie zur Schaffung von Ausgleichsflächen für Baugrundstücke in Hamburg sorgt für Irritationen zwischen der Umweltbehörde und dem BUND. Laut der Naturschutzorganisation werden Ausgleichsflächen für zerstörte Naturlandschaften offenbar nur zögerlich geschaffen. Nur knapp die Hälfte der Maßnahmen sei zügig und gut umgesetzt worden. Bei immerhin zwölf Prozent der in der Studie untersuchten Fälle seien gar keine Ausgleichsflächen geschaffen worden. Der Naturschutzverband fordert Abhilfe vom Senat. In der Umweltbehörde ist man wegen dieser Interpretation des Gutachtens irritiert.

Umweltbehörde widerspricht Interpretation des BUND

"Für uns sind in fast 90 Prozent aller Fälle gute oder zumindest befriedigende Ausgleichsflächen für Baumaßnahmen gefunden worden", sagte ein Behördensprecher. In Auftrag gegeben und bezahlt hatte das Gutachten übrigens die Umweltbehörde. Vorgestellt und interpretiert wurde es dann aber zuerst vom BUND.

BUND fordert mehr Kontrollen und Sanktionen

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Der BUND fordert auf Grundlage des Gutachtens der Umweltbehörde mehr Personal in den Bezirken, strengere Gesetze und Sanktionen bei Verstößen gegen das Naturschutzgesetz. Bislang gibt es laut dem Hamburger BUND-Chef Manfred Braasch keine gesetzlichen Fristen, bis wann eine Ausgleichsmaßnahme für zerstörte Natur durch Neubauten umgesetzt werden soll. Das müsse sich ändern: Diese Fristen sollten auch in die einzelnen Bebauungspläne geschrieben werden, damit jeder Verursacher auch wisse, wann er liefern müsse. "Und es muss mehr Personal in Bezirke, damit das auch kontrolliert werden kann“, so Braasch.

Naturschützer fordern Ausgleichsflächen innerhalb Hamburgs

Außerdem müsse es künftig auch Sanktionsmöglichkeiten geben, falls sich jemand nicht an die Regeln halte, sagte Braasch. Für die Stadt gelte es, keine Ausgleichsflächen für Baumaßnahmen mehr ins Umland zu verlagern: "Unsere klare Forderung ist da: Netto Null in Hamburg. Wenn eingegriffen wird, wenn bebaut wird, dann muss man an anderer Stelle etwas für die Natur tun, damit insgesamt der grüne Charakter Hamburgs nicht gefährdet ist."

BUND stellt Ziel von 10.000 neuen Wohnungen in Frage

Grundsätzlich müsse man auch noch einmal kritisch über das Senatsziel von 10.000 neuen Wohnungen pro Jahr diskutieren, meinte BUND-Chef Braasch. Denn das dürfte zunehmend schwieriger zu erreichen sein, wenn man die Natur erhalten wolle.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 22.03.2019 | 17:00 Uhr

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