Stand: 11.10.2019 20:10 Uhr

22-Jährige getötet: Angeklagter gesteht

Zum Auftakt eines Mordprozesses hat ein 34-Jähriger die Tötung seiner jungen Nachbarin in Hamburg-Eimsbüttel gestanden. "Ich weiß, dass ich diese Tragödie nicht wollte, die Tragödie, die ich verursacht habe", sagte der Angeklagte am Freitag vor der Strafkammer am Landgericht. Er bereue die Tat sehr.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Polen vor, die Frau in der Nacht zum 23. April in einem Mehrfamilienhaus angegriffen zu haben. Er habe versucht, die 22-Jährige in seiner Wohnung zu vergewaltigen. Als die Frau sich wehrte und laut um Hilfe schrie, habe ihr der Angeklagte mehrfach mit seinem beschuhten Fuß und ganzem Gewicht auf den Hals getreten, bis sie verstummte und erstickte.

Nachbarn alarmierten Rettungskräfte

Den leblosen Körper der Frau habe der 34-Jährige aus dem Obergeschoss des Hauses in der Amandastraße nach draußen und über einen Innenhof geschleift, so die Anklage. Wegen der Schreie und des Gepolters alarmierten Nachbarn die Rettungskräfte. Diese fanden die Frau hinter einer Hecke an einem Nachbarhaus liegen. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos.

Der mutmaßliche Täter wurde noch am 23. April festgenommen. Neben der versuchten Vergewaltigung wird dem Angeklagten Mord zur Verdeckung einer anderen Straftat vorgeworfen.

Angeklagter bestreitet Vergewaltigungsversuch

Der Angeklagte räumte seine Tat ein, bestritt jedoch den Vergewaltigungsversuch. Damit will er offenbar der Mordanklage entgehen - ohne die versuchte Vergewaltigung könnte er wegen Totschlags verurteilt und milder bestraft werden. Als er die Frau tötete, stand er nach eigenen Angaben offenbar unter Drogen.

Weiterer Anklagepunkt: Ex-Freundin krankenhausreif geschlagen

Dem Angeklagten wird noch eine weitere Tat vorgeworfen, bei der es um Körperverletzung geht. Am 6. August 2018 soll er seine langjährige Freundin und Verlobte nach einem Streit krankenhausreif geschlagen haben. Der Grund: Er sei verärgert gewesen, weil sie ihn nach seinen Affären fragte und ihm kaltes Essen hinstellte, sagte die Staatsanwältin. Er schlug und trat die Frau so heftig, dass sie mit dem Rettungswagen in eine Klinik gebracht werden musste. Nach sechs Tagen im Krankenhaus suchte sie Schutz in einem Frauenhaus.

In dem Prozess treten der Ehemann des Opfers sowie die Eltern, eine Schwester und ein Bruder der getöteten Frau als Nebenkläger auf. Das Gericht hat 19 weitere Verhandlungstermine bis zum 28. Januar angesetzt. Für den nächsten Verhandlungstag am 28. Oktober kündigte der Verteidiger eine ausführliche Erklärung im Namen seines Mandanten an.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 11.10.2019 | 17:00 Uhr

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