Welt der Musik

Zum 25. Todestag von Jean Francaix

Sonntag, 18. September 2022, 18:00 bis 19:00 Uhr

Sein erstes Klavierstück komponierte Jean Françaix (1912-1997) im Alter von sechs Jahren: "Pour Jaqueline". Als er zehn war, äußerte sich kein Geringerer als Maurice Ravel anerkennend über seine Begabung. Entscheidend für seine Ausbildung wurde sein Studium am Pariser Konservatorium, wo er Komposition und Musiktheorie bei der bekannten Pädagogin und Komponistin Nadia Boulanger und Klavier bei Isidore Philipp - einem exzellenten Virtuosen -  studierte. Für sein tatsächlich großartiges Klavierspiel erhielt Jean Françaix dann auch einen ersten Preis des Konservatoriums.

Frühe Erfolge

Jean Francaix im Porträt © picture-alliance / akg-images / Marion Kalter
Jean Francaix wurde auch als "der jüngere Ravel" bezeichnet.

Mit seinem 1932 komponierten Concertino für Klavier und Orchester errang Françaix sensationelle Erfolge, zum Beispiel 1936 beim Kammermusik-Fest in Baden-Baden. Schon ab 1931 war er mehrfach ein Repräsentant Frankreichs bei den Festivals der IGNM (Internationale Gesellschaft für Neue Musik). Zu seinen bedeutendsten Werken zählt sein Oratorium "Die Apokalypse des heiligen Johannes" nach Texten aus dem Neuen Testament, das 1939 entstand und das stilistisch nicht einfach nur als "neoklassizistisch" zu bezeichnen ist, sondern eine Fülle musikalischer Ideen zum Ausdruck bringt.

"Vielschreiber"

Françaix schrieb "mit leichter Hand" mühelos Werk auf Werk für verschiedenste Besetzungen: Kammermusik, Solokonzerte, Werke für die Bühne, Filmmusik. Seinem früh ausgeprägten Stil blieb er lebenslang treu. Er vermied es stets, sich irgendeiner musikalischen Mode oder den Kompositionsverfahren der "Avantgarde" anzuschließen - ja, er machte sich gelegentlich sogar über sie lustig, was auf beiden Seiten für einige Ranküne sorgte.

Eine Sendung von Thomas Böttger.

 

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