Welt der Musik

Medtners später Erfolg

Sonntag, 14. November 2021, 18:00 bis 19:00 Uhr

Nikolai Medtner im Portrait © picture-alliance / akg-images
Nikolai Karlowitsch Medtner wurde in Moskau als Sohn deutscher Vorfahren geboren und erzogen.

Er studierte von 1892-1900 Klavier am Moskauer Konservatorium, und zwar so erfolgreich, dass er - wie übrigens u.a. Sergej Rachmaninoff - zu den herausragendsten Absolventen des Instituts zählt. Aber er gab die sich abzeichnende glänzende Pianisten-Laufbahn als Solist auf und nahm Kompositionsunterricht bei Sergej Tanejew - damals als Komponist und Pädagoge sehr anerkannt. Als Pianist spielte er fortan hauptsächlich eigene Werke, die zwar von vielen Kollegen gelobt wurden, aber oftmals beim Publikum auf eher geteiltes Interesse stießen, und außerhalb Russlands waren seine Kompositionen kaum bekannt.

Schwierige Lebensumstände ab 1921

Nach seiner Emigration lebte Medtner zeitweilig in Berlin, Paris und London, wo er ab 1935 seinen ständigen Wohnsitz nahm - bis zu seinem Tod im Jahr 1951. Und obwohl ihn sein Freund und Kollege Sergej Rachmaninoff in vieler Hinsicht unterstützte, konnte Medtner als Komponist und Pianist außerhalb Russlands  -  bis auf relativ wenige Ausnahmen - keine nennenswert großen Erfolge mit seiner Musik erringen und lebte mit seiner Frau in sehr bescheidenen Verhältnissen.

Medtner blieb sich treu

Dessen ungeachtet blieb er seinen künstlerischen Überzeugungen treu, biederte sich keiner der nach dem 1. Weltkrieg aufkommenden musikalischen Strömungen an und bezog deutlich Position gegen die Werke der damaligen "Avantgarde", wobei er seine Ansichten auch in der Schrift "Muse und Mode" vehement verteidigte.

Wie im Märchen

Erst nach dem 2.Weltkrieg wendete sich das Blatt für Medtner und sein Werk auf überraschende Weise: Der Maharadscha von Mysore - ein begeisterter Amateur-Pianist und Bewunderer Medtners seit früher Jugend - finanzierte eine ganze Reihe von Einspielungen, die der Komponist in London beim renommierten Label EMI vornehmen konnte, und das in Zusammenarbeit mit berühmten Interpreten. Darunter waren die Sopranistin Elisabeth Schwarzkopf und der Pianist Benno Moiseiwitsch.

Interesse seitens bedeutender Pianisten

Seit den 50-er Jahren nahm das Interesse an Medtners Werken dann deutlich zu, und große Pianisten wie Swjatoslaw Richter, Emil Gilels, Grigori Ginzburg, Marc-André Hamelin und Boris Berezovsky setzten und setzen sich für seine Klavierwerke ein.
Berezovsky gründete in Moskau sogar ein Medtner - Festival, an dem schon eine ganze Reihe russischer Pianisten teilgenommen haben. Unter ihnen Ekatarina Derzhavina, die in unserer Sendung in Sachen Medtner auch zu Wort kommt.

Eine Sendung von Thomas Böttger.

 

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