Welt der Musik

Alexander Zemlinsky - Ein Porträt

Sonntag, 17. Oktober 2021, 18:00 bis 19:00 Uhr

Als junger Komponist erntete Zemlinsky mit seinen Werken eine ganze Reihe von Erfolgen. Er verband stilistische Züge ganz unterschiedlicher Art: Zunächst stark durch die Musik von Johannes Brahms beeinflusst, bezog er in seine Werke zunehmend auch Merkmale und Verfahrensweisen der Kompositionen von Richard Wagner und Anton Bruckner mit ein. Seine eklektizistische Herangehensweise - die aber die Techniken der Zwölftonmusik strikt ausschloss - machte es den Kritikern nicht gerade einfach, Zemlinskys Werke stilistisch klar umrissen einzuordnen. "Diese Weichheit, ja Unschärfe in den Konturen erschwert auf den ersten Blick Zemlinskys Abgrenzung von seinen berühmten Zeitgenossen", schreibt sein Biograf Horst Weber.

Zeitweilige Anerkennung

Alexander Zemlinsky, undatierte Porträtaufnahme (ca. 1925?) mit Zigarre © picture-alliance / akg-images
Alexander Zemlinsky wurde 1871 in Wien geboren.

Besonders für einige seiner Orchesterwerke und Opern erhielt Zemlinsky bis in die 1930er-Jahre hinein große Anerkennung - auch von seinem Freund und Kollegen Arnold Schönberg. Aber ab Mitte der 30er-Jahre wurden Zemlinskys Kompositionen nahezu vergessen. Das änderte sich erst ab etwa 1975. Seither nehmen die Aufführungen und Einspielungen seiner Werke deutlich zu.

Bedeutender Dirigent

Unumstritten waren und sind dagegen Zemlinskys Leistungen als Dirigent. An verschiedenen Theatern (zum Beispiel in Wien und Prag) leitete er viele Opern- und Konzertaufführungen, die vom Publikum und von der Kritik enthusiastisch aufgenommen wurden. Kein Geringerer als Igor Strawinski lobte Zemlinsky mit folgenden Worten: "Von all denen, die ich gehört habe, möchte ich Alexander Zemlinsky als den universellsten Dirigenten bezeichnen, der am konsequentesten hohe Maßstäbe erreichte - und dies ist ein wohl überlegtes Urteil. Ich erinnere mich an eine Aufführung der "Hochzeit des Figaro" in Prag unter seiner Leitung als an die befriedigendste Opernaufführung meines Lebens." Zum Glück gibt es von Zemlinsky einige Studioaufnahmen - auch mit Werken von Mozart, wie der Ouvertüre zur Oper "Così fan tutte", die in unserer Sendung zu hören sein wird.

Eine Sendung von Thomas Böttger.

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Zwei Musiker im Senegal spielen Kora (links) und Djembe (rechts) im Gegenlicht vor untergehender Sonne. © picture-alliance / dpa

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