Sonntagsstudio

Hörsalon: Wie Gefühle Politik und Alltag beherrschen

Sonntag, 16. Februar 2020, 20:00 bis 22:00 Uhr

HörSalon am 11.02.2020  Foto: Cana Czyrt
Wutvermindernd zu Gast im HörSalon: Marica Bodrožić und Marina Münkler im Gespräch mit Alexander Solloch.

Vor zehn Jahren wurde der "Wutbürger" geboren, ein neuer Begriff für ein neues Phänomen: Bürger empörten sich - beispielhaft zu beobachten in Stuttgart - gegen von ihnen als willkürlich empfundene Entscheidungen der Politik. Sie waren zornig, aber sie stellten die Demokratie nicht in Frage. In letzter Zeit jedoch scheinen sich Grenzen und Dimensionen der Wut verschoben zu haben: Es wird gewütet und gehetzt, gebarmt und polemisiert wie nie zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik. Der Wutbürger ist radikal geworden.

Woher kommen diese Gefühle, und was richten sie an? Welche Rolle spielt in den Auseinandersetzungen unserer Zeit die Herabsetzung des anderen? Ist die Schmähung eine heute besonders ausgeprägte Form der Kommunikation? Oder ist es im Lauf der Geschichte eigentlich nie anders gewesen? Darüber sprechen wir u.a. mit der Literaturwissenschaftlerin Marina Münkler, die zur Zeit im Forschungsprojekt "Invektivität" die Kultur der Herabsetzung untersucht, und der Schriftstellerin Marica Bodrožić ("Mein weißer Frieden"), die dafür eintritt, sich "dem Kleinen, dem Menschlichen, dem Verletzlichen und durchweg Langsamen" zuzuwenden.

Moderation: Alexander Solloch

Aufzeichnung einer Veranstaltung vom 11.02.2020 im Bucerius Kunst Forum in Hamburg.

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