Jazz – Round Midnight

An Englishman at Birdland: Dave Holland zum 75. Geburtstag

Freitag, 01. Oktober 2021, 23:30 bis 00:00 Uhr

Dave Holland, Bassist © picture-alliance/ dpa | Maja_Suslin Foto: Maja_Suslin

Am Mikrofon: Ralf Dorschel

Dave Holland, Bassist © picture-alliance/ dpa | Maja_Suslin Foto: Maja_Suslin
Der Jazzbassist Dave Holland live während eines Auftritts auf dem Jazz Festival in Stockholm, 2007.

Wie war das - damals? Wohl keine Frage musste Dave Holland in seinem Leben öfter beantworten als die nach jenem Tag im Jahr 1968, als Miles Davis ihn in Londons "Ronnie Scott's" entdeckt hatte und in die USA holte. Vorher war der Bassist eine oft und gern gesehene Größe der Jazzszene an der Themse, jetzt wurde er zum Dreh- und Angelpunkt legendärer Aufnahmen wie "In a Silent Way" und "Bitches Brew". Und er wurde ein Star. Keine zwei Jahre spielte Holland an der Seite des Trompeters, doch anschließend war der "Englishman in New York" fest verankert im Zentrum eines Kreises von gleichgesinnten und zumeist gleichalten Musikern, die etwas ganz Wesentliches gelernt hatten: Du kannst Dir radikale Freiheiten nehmen. Und damit dann haufenweise Fans hinter Dir scharen - hohe Kunst, aber eben nicht im luftleeren Raum gespielt. Holland gründete "Circle" mit dem Miles-Gefährten Chick Corea und spielte dort ebenso wilde wie revolutionäre Musik.

Mit Blick auf endlose Möglichkeiten

Er spielte über die Jahre und Jahrzehnte hinweg auf unzähligen Alben mit Pat Metheny, Joe Henderson, Charles Lloyd, Betty Carter und natürlich den alten Kollegen aus Miles Davis' Umfeld wie Herbie Hancock oder John McLaughlin. Holland nimmt seine Hörer aber auch bis heute gern mit ins Dunkle, auf Expeditionen in ein unerforschtes Land. Ob an der Seite von Neutönern wie Paul Bley, Sam Rivers, Evan Parker oder Anthony Braxton oder als Mentor junger Musiker: gern geht er dabei an die Grenzen, überschreitet sie dann nicht zwingend, aber prüft ihre Durchlässigkeit und lotet die Untiefen aus weit jenseits der vertrauten Pfade. Von den "endlosen Möglichkeiten" all der Musik, die noch vor ihm liegt, schwärmt Dave Holland dann und wie die ihn motivieren. "Dare2" heißt seit paar Jahren Hollands eigenes Label: Etwas wagen und Neuland erkunden, das hält den Briten bis heute jung.

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