Jazz – Round Midnight

Sonnig, schmeichelnd, leichtfüßig - die Jazz-Flöte von Hubert Laws

Dienstag, 11. Mai 2021, 23:30 bis 00:00 Uhr

Hubert Laws und Ron Carter spielen auf der Bühne der Rose Hall im Lincoln Center, bei den NEA Jazz Masters Awards 2012. © imago images / ZUMA Wire

Am Mikrofon: Sarah Seidel

Nur eine Handvoll Musiker des Jazz haben die Flöte zu ihrem Hauptinstrument gemacht - meist ist sie das Nebeninstrument der Saxofonisten. Mit der Flöte traten in der Vergangenheit die Saxofonisten Jerome Richardson, Frank Wess, Eric Dolphy oder Yusef Lateef in Erscheinung, ausschließlich als Jazzflötisten kennt man Herbie Mann, James Newton, Jeremy Steig oder Hubert Laws. Nicht so durchsetzungsstark wie andere Instrumente im Jazz, wird die Flöte schon mal belächelt oder assoziiert mit Cartoon-Musik, wahlweise niedlich oder schrill. Man hört die Querflöte und ihre Schwestern, die Piccolo-, Alt-, Tenor- und Bassflöte in Orchestern, Big Bands und in Latin-Jazz-Zusammenhängen, gerne in kurzen Soli oder als "Fills", zum Beispiel eingesetzt zwischen den Melodien eines Sängers. Ein Sound, der ab und an aufleuchtet, aber nicht zu dominant ist. Als Soloinstrument ist die Flöte offenbar für männliche Musiker weitaus weniger attraktiv als das Saxofon, ihre hohe Tonlage entspricht einfach nicht dem Bild von starken Kerlen mit tiefen Stimmen.

Zu Besuch in Hollywood

Hubert Laws kann gut umgehen mit seinem filigranen Instrument. So gut, dass er ein gefragter Sideman und ein bekannter Bandleader wurde. Seine Heimat Texas, wo er bereits erste Erfahrungen in Orchestern gesammelt und mit dem Pianisten Joe Sample und weiteren Freunden eine Vorläufer-Band der "Jazz Crusaders" gegründet hatte, verließ Hubert Laws 1958, um nach Los Angeles zu gehen. 1960 zog er dann weiter nach New York. Dort verfeinerte er an der Juilliard School Of Music seine klassischen Fähigkeiten. Er spielte als erster Flötist in der Metropolitan Opera und mit den New Yorker Philharmonikern, machte aber auch Studio-Aufnahmen mit allen angesagten Jazz- und später auch Jazz-Fusion-Musikern - in den 1970er Jahren vieles für das damals populäre Label CTI. Seine musikalische Offenheit machte ihn zu einem beliebten Musiker in der Spanne zwischen Jazz, Klassik, Pop und Filmmusik.

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