Jazz – Round Midnight

Jazz Hereos

Donnerstag, 16. Dezember 2021, 23:30 bis 00:00 Uhr

Der Jazzsänger Jon Hendricks auf einem Konzert in New York am 27. Februar 2006. © IMAGO / ZUMA Press / Nancy Kaszerman Foto: Nancy Kaszerman

Am Mikrofon: Sarah Seidel

Gesang hoch drei

Der Jazzsänger Jon Hendricks auf einem Konzert in New York am 27. Februar 2006. © IMAGO / ZUMA Press / Nancy Kaszerman Foto: Nancy Kaszerman
Der Jazzsänger Jon Hendricks auf einem Konzert in New York am 27. Februar 2006.

Mit dem Vokal-Trio "Lambert, Hendricks & Ross" schrieb er Geschichte: Jon Hendricks war ein Gesangsstar des Jazz. Er dichtete wie am Fließband Texte auf die schwindelerregend schnellen Soli von Bebop-Musikern und sang sie dann zusammen mit Dave Lambert und Annie Ross ein. Scat-Gesang mit Wortsinn, witzig und den amerikanischen Zeitgeist der 1950er Jahre widerspiegelnd. Das gemeinsame Album "Sing A Song Of Basie" wurde 1957 – Hendricks war damals Mitte 30 – zum großen Erfolg. Darauf Stücke von Bigband-Leader Count Basie, dessen ursprünglichen Bläser-Arrangements einfach allesamt von "Lambert, Hendricks & Ross" gesungen wurden. Hendricks wurde damals für seine Lyrics vom amerikanischen Time Magazine mit den Worten "James Joyce Of Jive" geadelt.

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Arne Reimer

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Promenaden-Spaziergang am Hudson River

Nach Dave Lamberts Tod gründete Hendricks die Vokal-Truppe "Jon Hendricks & Company", für die er sich wieder mit Annie Ross zusammenschloss, dazu kam der englische Keyboarder und Sänger Georgie Fame. Eine Phase, in der Jon Hendricks in London lebte, gelegentlich im englischen TV zu sehen war und international tourte. Zurück in Amerika lebte der Sänger ab 1973 an der Westküste und war Gesangsdozent an Hochschulen in Sonoma und Berkeley. Seine Zusammenarbeit mit dem Vokalensemble "Manhattan Transfer" war ein weiteres Hoch für den Sänger – für das gemeinsame Album "Vocalese" gab es fünf Grammys. Jon Hendricks stand auch im hohen Alter noch auf der Bühne, u. a. mit den "Four Brothers", zu denen die Sänger Kurt Elling, Mark Murphy und Kevin Mahogany gehörten. Arne Reimer hat Jon Hendricks 2015 in New York besucht und mit ihm einen ausgiebigen Promenaden-Spaziergang am Hudson River gemacht. Dabei hörte er Geschichten aus Hendricks’ Leben, wie die vom ersten Treffen mit Bebop-Star Charlie Parker. Am 22. November 2017 ist Jon Hendricks 96-jährig in New York gestorben, am 16. September 2021 wäre er 100 geworden.

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