Stand: 06.01.2020 17:43 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Martynas Levickis: Der Ausnahme-Akkordeonist

von Beatrice Böse
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Martynas Levickis wurde 11. Juni 1990 in Tauragė, Litauen geboren. Als Dreijähriger begann er Akkordeon zu spielen.

Ungewöhnliche Konzertorte wie die Eisengießerei Torgelow oder das Paketzentrum Neustrelitz, Klassik kombiniert mit Techno auf dem Detect Classic Festival, Instrumentalisten von Geigern, über Trommler bis hin zu Ukulele-Spielern - die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern überraschen immer wieder mit neuen Konzepten und Entdeckungen. So auch im Festspiel-Sommer 2020. Der Preisträger dieses Jahres, Martynas Levickis, spielt nicht wie seine Vorgänger Cello, Violine oder Klavier, sondern Akkordeon.

Mit einem Kinder-Akkordeon fing alles an

Martynas Levickis lebt für die Musik. Geboren wird er in einer Kleinstadt im Westen Litauens. Sein erstes Instrument bekommt er schon mit drei Jahren. "Ich hatte ein kleines Kinder-Akkordeon und habe viel in unserem Sommerhaus gespielt", erzählt der 29-Jährige. "Das Haus stand mitten im Wald und ich bin oft rausgegangen - in den Wald, um dort zu üben." Bevor er das Akkordeon bekam, habe er immer mit den Fingern auf den Tisch geklopft und erzählt, er spiele Klavier. Schließlich habe er als Alternative das Akkordeon bekommen. "Es war die richtige Entscheidung, denn ich habe mich sofort in dieses Instrument verliebt. In seinen Klang und in die Art und Weise, wie es aufgebaut ist. Das hat mich sehr interessiert", sagt Levickis.

Erster Unterricht mit acht Jahren

Die ersten fünf Jahre übt er alleine, spielt litauische Volkslieder, die er im Radio oder Fernsehen hört. Seinen ersten Akkordeon-Unterricht hat Levickis mit acht Jahren. "Ich musste einige Dinge neu lernen. Das mochte ich gar nicht, weil ich ja dachte, ich könne schon spielen", erzählt er. "Es hat einige Jahre gedauert, bis ich verstanden habe: Die Lehrerin sagt die Wahrheit. Dann hörte ich auf sie und damit begann der Durchbruch."

Debütalbum stürmt die Charts

Das Repertoire vergrößert sich. Zu den Volksliedern kommen klassische und moderne Stücke. Martynas Levickis tritt bei Wettbewerben an - gewinnt unter anderem die Akkordeon-Weltmeisterschaft und die litauische Version des Supertalents. Er studiert später in London, sein Debütalbum stürmt die Charts. Erfolge, die ihn über die Landesgrenzen seiner Heimat hinaus bekannt machen. Auch die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern werden auf den Litauer aufmerksam. Obwohl Intendant Markus Fein anfangs skeptisch ist. "Akkordeon - funktioniert das überhaupt?", fragt er sich. "Doch dann war das erste Konzert mit ihm in Sellin auf der Seebrücke ein solcher Erfolg. Er hat sich sofort in die Herzen des Publikums gespielt und die Leute sagten: Quetschkommode war gestern, heute ist Konzert mit Akkordeon", erzählt Fein. "Dieser Künstler ist ein wunderbarer Musiker!"

2014 erstmals bei den Festspielen MV

2014 ist Levickis das erste Mal bei den Festspielen MV dabei, in diesem Jahr ist er nun Preisträger des Festspiel-Sommers. "Das ist das beste Weihnachtsgeschenk, das ich je in meinem Leben bekommen habe", sagt Levickis. "Ich bin sehr stolz darauf, dass man mich sieht, an mich glaubt und mich in so eine Position bringt."

Mehr als 25 Konzerte sollen Levickis' Bandbreite zeigen

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Auch mit Iveta Apkalna, der Titularorganistin in der Hamburger Elbphilharmonie, wird Martynas Levickis ein Konzert geben.

In mehr als 25 Konzerten solle Martynas Levickis in seiner ganzen künstlerischen Vielfalt porträtiert werden, so Intendant Markus Fein. "Er spielt Barockmusik wunderbar, er spielt zeitgenössische Musik wunderbar, Neue Musik, Filmmusik, Tango bis hin zu Pop und Lady Gaga", schwärmt Fein. "Er hat wunderbare Musiker eingeladen: Da ist ein argentinischer Mundharmonika-Spieler, Lizzie Ball, eine englische Geigerin, die in den Jazz-Clubs Londons genau so spielt wie in den Konzerthäusern. Wir haben ihn zusammengebracht mit Iveta Apkalna. Martynas ist Litauer und Apkalna ist Lettin - da kommen die benachbarten baltischen Länder zueinander und geben gemeinsam ein Konzert mit Akkordeon und Orgel. Und so versuchen wir ein ganzes Panorama aufzumachen und ihn zu präsentieren."

Das erste Mal in diesem Jahr tritt der 29-Jährige in der Neubrandenburger Konzertkirche auf und eröffnet damit den Festspiel-Sommer 2020. Kurz davor feiert der Litauer seinen 30. Geburtstag - genauso wie die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, die 1990 gegründet wurden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Kulturjournal | 06.01.2020 | 19:00 Uhr

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