Stand: 31.07.2020 09:54 Uhr  - NDR Kultur

"Von Ost nach Ost": Leiko Ikemura stellt in Rostock aus

von Bernd Kalauch

Die Kunsthalle Rostock wird Mitte September geschlossen. Am einzigen Kunstmuseums-Neubau der DDR (Baujahr 1969) hat der Zahn der Zeit genagt. Zwei Jahre lang wird die Halle für rund acht Millionen Euro saniert. Der Anbau des zwar kleineren, aber sehr praktischen Schaudepot ist bereits fertig. In ihm wird am 1. August die Ausstellung "Von Ost nach Ost" von Leiko Ikemura eröffnet, einer in Japan geborenen, inzwischen aber weltweit bedeutenden Gegenwartskünstlerin.

Kunsthallenchef Jörg-Uwe Neumann kriegt das Grinsen vor Freunde kaum aus dem Gesicht: Ausgerechnet Leiko Ikemura bestreitet die letzte Ausstellung, bevor die Kunsthalle Rostock sanierungsbedingt geschlossen wird. "Wir haben jetzt die kleine Kunsthalle hier", sagt der Chef der Kunsthalle zum neuen Schaudepot. Mehr als 100 Meter zusätzliche Ausstellungswand seien für die Schau aufgestellt worden. "Es ist eine kabinetthafte, aber sehr schöne Ausstellung geworden."

Kunstwerk "Face F" - Eine Frau guckt den Betrachter düster an. © VG Bild-Kunst, Bonn 2020 Foto: Jörg von Bruchhausen

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In der Kunst stehen häufig die Werke von Künstlern aus der westlichen Welt im Mittelpunkt. Leiko Ikemura verbindet in einer Ausstellung in Rostock osteuropäische mit ostasiatischer Kunst.

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Leiko Ikemura verbindet verschiedene Kulturen

Leiko Ikemura selbst hat gut 40 Werke aus drei Jahrzehnten beigesteuert, darunter Gemälde, Aquarelle, Plastiken und Schwarz-Weiß- Fotografien. Schon immer hat die Japanerin sich nicht nur mit der Kunst ihrer fernöstlichen Heimat, sondern auch mit osteuropäischer Kunst auseinandergesetzt.

Dies wird in Rostock mit der Austellung "Von Ost nach Ost" weitergeführt, die für Kunsthallenchef Neumann genau auf sein Haus passt. "Museen haben es am Anfang sehr schwer gehabt, im neuen Deutschland anzukommen, aber die Kunsthalle hat es geschafft", sagt Neumann. Bei Leiko Ikemura, die als junge Frau nach Westeuropa gekommen ist, sei es ähnlich gewesen. "Der ganze Kunstmarkt ist sehr westzentriert, deswegen finde ich den Titel sehr bezeichnend, weil er eine wunderbare Symbiose ist."

Haiku-Interpretationen zu russischen Gedichten

Im Schaudepot treten Ikemuras Werke in Interaktion mit Bildern, Installationen und Skulpturen von Künstlerinnen und Künstlern aus der Sammlung der Rostocker Kunsthalle wie Ilya und Emilia Kabakov oder Sabine Moritz. Im Entree empfängt, wacht und prüft ein Porträt von Kate Diehn Bitt die Besucher. "Mit diesem Blick beobachtet sie die Ausstellung", sagt Ikemura.

Die Räume sind von Ikemuras Arbeiten dominiert. Aber auch Werke der in der Region Rostock lebenden Malerinnen und Grafikerinnen Christin Wilken und Tanja Zimmermann sind zu sehen. Ihre Illustrationen zu Liebesgedichten von Marina Zwetajewa - einer der bekanntesten russischen Dichterinnen des 20. Jahrhunderts - sind ebenfalls zu sehen. "Ich habe aus Zwetajewas Gedichten 2008 eigene Haiku-Interpretationen gemacht", sagt Ikemura. "Ich habe sie noch nie in dieser Art, so würdig wie hier, gezeigt". Das perfekte Zusammenspiel von russischer Liebeslyrik und fernöstlicher Aquarell-Technik ist nun zu sehen in "Von Ost nach Ost" in der Rostocker Kunsthalle.

"Von Ost nach Ost": Leiko Ikemura stellt in Rostock aus

Die Japanerin Leiko Ikemura verbindet in der Ausstellung "Von Ost nach West" osteuropäische mit ostasiatischer Kunst. Sie läuft ab 1. August in der Kunsthalle Rostock.

Art:
Ausstellung
Datum:
Ende:
Ort:
Kunsthalle Rostock
Hamburger Straße 40
18069  Rostock
Telefon:
0381 381-7008
E-Mail:
Kunsthalle@rostock.de
Preis:
6 Euro (ermäßigt: 4 Euro)
Öffnungszeiten:
Dienstags bis Sonntags 11-18 Uhr
Hinweis:
Bei einem Besuch ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes verpflichtend. Die Besucherzahl ist begrenzt. Eine Voranmeldung ist nicht nötig.
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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch unterwegs | 01.08.2020 | 14:20 Uhr

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