Stand: 03.01.2018 09:27 Uhr

Diese Ausstellungen bietet Mecklenburg-Vorpommern 2018

von Lenore Lötsch
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Eine Besucherin des Pommerschen Landesmuseums von Greifswald geht an zwei Bildern vorbei.

Aus Mecklenburg-Vorpommern kamen für Kunstfreunde zuletzt nicht nur gute Nachrichten - zumindest für alle, die sich auf die große Sommerausstellung "Duchamp - Leonardo - Beuys. Renaissance der Moderne" gefreut hatten, die auf 2019 verschoben wird. Dafür gibt es aber eine Menge sehens- und erlebenswerter Alternativen. Auch wenn ebenso in Greifswald noch etwas Geduld gefragt ist.

Pommersches Landesmuseum Greifswald

Anfang des vergangenen Jahres war Uwe Schröder, Museumsdirektor des Pommerschen Landesmuseums, noch durch und durch Optimist. Er sprach davon, dass die die Fertigstellung der Galerie der Romantik, die Caspar David-Friedrich-Bilder präsentieren soll, für Ende 2018 angestrebt sei. Bis jetzt wurde mit dem Bau nicht begonnen. "Ja, das hat sich wahnsinnig hingezogen. Wir gehen davon aus, dass wir ab September eine Baustelle sein werden", diagnostiziert Schröder.

Dann werden zunächst archäologische Untersuchungen stattfinden. So lange wie möglich, soll der Museumsbetrieb auch während der Bauarbeiten weiterlaufen. Inhaltlich konzentriert man sich in Greifswald auf den eigenen Bestand. 400 Objekte umfasst die Sammlung der dänischen Romantiker von Christoph Müller, die in Greifswald ab dem 25. März erstmals komplett zu sehen sein wird.

Staatliche Museum Schwerin

Auch das Staatliche Museum Schwerin konzentriert sich auf die eigenen Bestände und kann dabei doch einen Schatz präsentieren. Mit der Ausstellung "Schatz entdeckt! Herzogliches Bauen im barocken Mecklenburg". 600 Architekturzeichnungen und einige Kupferstiche umfasst der sogenannte Planschatz. Zwei Jahrhunderte hatte er unentdeckt in Archiven gelagert. Nun werden Auszüge erstmals in einer großen Ausstellung zu sehen sein. Und es geht nicht nur um Landesgeschichte sagt Gerhard Graulich vom Staatlichen Museum Schwerin:

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Das Staatliche Museum in Schwerin

"Zu erfahren, dass Mecklenburg nicht die kulturelle Wüste im 18. Jahrhundert war, sondern dass es ganz spannende Beziehungen des Herzoghauses nach Paris, nach Sankt Petersburg oder nach Rom gab. Also da wird etwas lebendig, was zurückliegt, was wir aber zum Teil noch heute in der Architektur sehen können."

Die große Sommerausstellung im Staatlichen Museum sollte sich mit Marcel Duchamp, Leonardo da Vinci und Joseph Beuys beschäftigen. Da die Finanzierung nicht gesichert ist, musste das Museum umplanen und zeigt im Sommer die Schau: "Hinter dem Horizont" mit Kunst, die in der DDR entstand.

"Wir wollen jenseits der Ideologie auf die Werke schauen und zeigen, dass die DDR-Kunst sich nicht nur den Stereoptypen des sozialistischen Realismus gewidmet hat, sondern sich da malerische Innovationen zeigen", erklärt Graulich.

Rostocker Kunsthalle

Die Rostocker Kunsthalle plant im großen Jubiläumsjahr der Stadt gleich mehrere Ausstellungen mit Rostock-Bezug. Im Mai allerdings, verrät Direktor Jörg-Uwe Neumann, geht es durchaus international zu: Mit der Ausstellung "Two Times" von Ilya und Emilia Kabakov:

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Jörg-Uwe Neumann, Direktor der Kunsthalle Rostock.

"Sie sind dieses Jahr in einer Einzelausstellung in der Tate Modern, nächstes Jahr in der Erimitage und danach in Moskau. Das sind wirklich Weltkünstler, die seit 20 Jahren in den USA leben. Emilia Kabakov wird auch hier sein - das wird sicherlich ein sehr internationels Highlight für unsere Stadt werden."

Ahrenshooper Kunstmuseum

Schließlich steht im Ahrenshooper Kunstmuseum in diesem Jahr eine weibliche Künstlerin der Ahrenshooper Künstlerkolonie im Mittelpunkt: Ab 23. März wird eine Ausstellung mit Werken von Dora Koch-Stetter gezeigt, die allzu oft nur als die Frau des Zeichners Fritz Koch-Gotha gilt. In ihrem 50 .Todesjahr plant Ahrenshoop das mit der Ausstellung "Dora Koch-Stetter. Ein Ahrenshooper Weltbild der Moderne" zu ändern.

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch in den Tag | 03.01.2018 | 07:20 Uhr

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