Sendedatum: 30.04.2020 06:20 Uhr

Walpurgisnacht kommt von der Heiligen Walburga

von Pastorin Christine Oberlin
Auf dem Vordach eines Hauses im Harz sitzt eine Hexe. © NDR Foto: Tina Zemmrich
Traditionell tanzen Hexen in der Walpurgisnacht auf dem Brocken im Harz.

In der Walpurgisnacht tanzen nach einer alten Legende Hexen auf dem Brocken im Harz und vertreiben endgültig den Winter. Doch der Name kommt von Walburga. Die war eine englische Äbtissin und lebte im achten Jahrhundert. Die Übersetzung ihres Namens klingt spannend: "Die Schutz bietende Walstatt" - und Walstatt heißt "Kampfplatz".

Das will ja erst mal nicht zu einer Frau passen, wie sie im Mittelalter beschrieben wurde. Aber diese Walburga muss eine starke Persönlichkeit gewesen sein. Aus England kam sie nach Mittelfranken und leitete das Kloster Heidenheim.

Walburga war eine starke Frau

Viele Legenden ranken sich um ihr Leben. Eine erzählt von ihrer Überfahrt von England aufs Festland über den Ärmelkanal. Während eines heftigen Sturms betete sie so lange, bis der Sturm abzog. Deshalb wird sie bis heute als Schutzheilige der Seeleute verehrt.

Sie hat nicht so leicht aufgeben - das gefällt mir. Es gibt ja auch genug andere Stürme und Kämpfe im Leben eines Menschen. Unruhige Zeiten möchten einem den Mut klein machen. Da brauche ich erst mal keine Zaubersprüche wie die Hexen auf dem Brocken - und mache es wie die Walburga - ich bete lieber.

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Kostümierte Frauen, verkleidet als Hexen, trainieren in Wolfshagen (Niedersachsen) für die "Nacht der Nächte im Harz". © dpa-Bildfunk Foto: Swen Pförtner

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Morgenandacht | 30.04.2020 | 06:20 Uhr

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