Sendedatum: 12.03.2019 21:15 Uhr

Mit ein paar Salzkörnern Großes in Gang setzen

von Julia Heyde de López
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Setzte 1930 mit seinem "Salzmarsch" ein Zeichen gegen die britischen Kolonialherren: Mahatma Gandhi.

Manchmal braucht es nur ein paar Salzkörner - und eine Revolution beginnt. So war es 1930 in Indien. Da startete Mahatma Gandhi Mitte März den sogenannten Salzmarsch. Fast 400 Kilometer wanderte er von seinem Ashram bis zur Küste am Indischen Ozean. Auf dem Weg schlossen sich ihm immer mehr Menschen an. Wie ein Wanderprediger war er unterwegs.

Indiens Kampf gegen die Unabhängigkeit beginnt

Als er gut drei Wochen später am Meer ankam, hob er am Strand eine Handvoll Salz auf. Eine symbolische Geste, die die britischen Kolonialherren aber genau verstanden. Indien stand damals noch unter ihrem Regiment. Die Briten hatten den gesamten Handel mit Salz unter ihre Kontrolle gebracht. Und sie erhoben darauf hohe Steuern, die die arme Bevölkerung unmöglich zahlen konnte. Gandhis "Salzmarsch" war ein starkes Zeichen gegen diese Ungerechtigkeit und forderte die Briten heraus. Der Startpunkt im Kampf um die Unabhängigkeit Indiens.

Gandhis Strategie des gewaltlosen Widerstandes ist berühmt geworden, war Vorbild für nachfolgende Generationen. Er nannte seinen Widerstand "Satyagraha". Das bedeutet so viel wie "an der Wahrheit festhalten". Für ihn waren das die treibenden Kräfte: Wahrheit, Liebe und Gewaltlosigkeit.

Aus etwas Kleinem entsteht Großes

Und da lag er ganz auf einer Linie mit dem, was Jesus seinen Anhängern weitergegeben hat. In der Bergpredigt - ein Abschnitt der Bibel, den Gandhi ohne Frage kannte - da hat Jesus nicht nur die Friedfertigen und Sanftmütigen gelobt, sondern seinen Zuhörern auch gesagt: "Ihr seid das Salz der Erde." Die Würze des Lebens. Und manchmal braucht es nur ein paar von diesen Salzkörnern, um was Großes in Gang zu setzen.

Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Radiokirche bei N-JOY | 12.03.2019 | 21:15 Uhr