Der eingeschneite Pub "Tan Hill Inn" in dem nordenglischen Nationalpark Yorkshire Dales (undatiert). © The Tan Hill Inn/PA Media/dpa

Eingeschneit im Pub: "Fremde gehen als Freunde"

Stand: 02.12.2021 09:45 Uhr

60 Briten wollten nur den Auftritt einer Oasis-Cover-Band im Pub "Tan Hill Inn" in Nordengland erleben. Dann wurden sie wegen Sturmtief "Arwen" eingeschneit. Doch statt zu hadern, machen die Gäste aus der Not eine Tugend.

von Julia Heyde de López

Damit hatten sie nicht gerechnet: Aus ihrem Konzertbesuch wurde ein unfreiwilliger, adventlicher Kurzurlaub. So geschehen vergangenes Wochenende im Nationalpark Yorkshire Dales im Norden Englands. Dort liegt einsam und weitab vom Schuss eine urige Kneipe, das Tan Hill Inn. Etwa 60 Leute waren dort, um sich den Auftritt einer Oasis-Coverband anzusehen. Dann kam Sturm "Arwen", und plötzlich waren alle Straßen und Wege durch Schneeverwehungen unpassierbar.

Es gibt sicher schlechtere Orte, um eingeschneit zu werden, als einen Pub. Das Tan Hill Inn kümmerte sich rührend um seine Gäste. Essen war reichlich vorhanden, und der Koch glücklicherweise mit eingeschneit. Man schlief auf Matratzen auf dem Boden oder auf Sofas, es gab Brett- und Ratespiele und natürlich viel Musik.

Aus Gestrandeten wird eine Gemeinschaft

Drei Tage und Nächte mussten die Gäste ausharren. Sie hätten sich ärgern und grämen können. Doch stattdessen Begeisterung: "Es war der Himmel - ich werde das nie vergessen", sagte einer der Pub-Besucher hinterher der BBC. Der Himmel, vermutlich nicht nur wegen der verfügbaren Getränke, sondern weil ihnen plötzlich Zeit geschenkt wurde. Weil da aus einer Verlegenheit eine Gelegenheit wurde. Weil alle mit anpackten und unverhofft eine Gemeinschaft entstand. "Es klingt ein bisschen wie ein Klischee, aber die Leute kamen als Fremde und gehen als Freunde", sagt die Wirtin des Pubs (BBC). Aus Fremden Freunde - das macht der Himmel.

Dieses Thema im Programm:

Kirche im NDR | 03.12.2021 | 09:15 Uhr

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