Stand: 30.03.2016 12:50 Uhr  | Archiv

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von Oliver Vorwald

"Schönsein, makelloses Aussehen und Glaube. Geht das eigentlich zusammen?"

Ein Teint weiß wie Schnee, Lippen rot wie Blut, Haare schwarz wie Ebenholz. Das sind die Markenzeichen von Jacqueline Thießen. 2013 holt sich die schöne Hamburgerin damit Platz zehn in der TV-Show "Germany's next Topmodel". Aktuell sind Fernsehen und Modebranche für sie jedoch eher Nebensache. Die 20-Jährige hat ein anderes Berufsziel: Sie will Pastorin werden.

Schöne Menschen in der Bibel

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Schönheit und Glaube sind kein Widerspruch.

Makelloses Aussehen und Glaube sind also kein Widerspruch. Warum auch? Selbst die Bibel kennt viele fromme und zugleich attraktive Menschen. Jakob, Rahel, Batseba und Judit, um nur einige zu nennen. Zu dieser Top Ten gehört natürlich auch König David. Braungebrannt, durchtrainiert, mit dem gewissen Etwas - so kennt ihn das Buch der Bücher (1. Sam 16,12). Und natürlich als religiösen Dichter. Über 70 Psalmen soll David geschrieben haben.

Und dann wäre da noch Ester. Das Alte Testament schwärmt geradezu von ihrer Anmut (Est 2,7ff.). Ester heiratet einen persischen König und etabliert ihren Glauben am Hof im Zweistromland. So rettet die attraktive Jüdin ihr Volk. Angesichts dieses Befundes stellt sich die Frage: Woher kommt die Meinung, Schönheit und Frömmigkeit passten nicht zueinander? Möglicherweise wirkt hier etwas vom Aberglauben aus Antike und Mittelalter nach. Demzufolge lockten Feen, Geister, Zauberer mit körperlichen Reizen, um fromme Menschen ins Verderben zu reißen. Auch bei Martin Luther findet sich dieses Denken. Wahre Schönheit besteht für ihn in "Zucht, Demut und Maßhalten".

In der Kirche spielt Aussehen keine Rolle

Antike und Mittelalter liegen inzwischen weit zurück. Dorthin gehört auch der Aberglaube. Denn Attraktivität und Frömmigkeit finden in vielen Menschen zusammen. Model Jacqueline Thießen - ein Teint weiß wie Schnee, Lippen rot wie Blut, Haare schwarz wie Ebenholz - ist eine von ihnen. Die schöne Hamburgerin findet es übrigens entlastend, dass in der Kirche Äußerlichkeiten kaum eine Rolle spielen. Denn was wirklich fürs Leben zählt, sei ohnehin etwas anderes sagt sie. "Es ist gut zu wissen, dass es jemanden gibt, der auf dich aufpasst."

Mehr aus dieser Sendereihe lesen Sie in: "Noch eine Frage, Herr Pfarrer. 111 himmlische Antworten", LVH, 2010.

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