Stand: 14.03.2019 11:15 Uhr

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von Oliver Vorwald
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Das Kirchenlexikon - Kommt Trump in den Himmel?

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"Kommt so einer wie Donald Trump - der 45. US-Präsident, in den Himmel, Herr Pfarrer?“

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Hält sich für unverbesserlich: US-Präsident Donald Trump.

Ich. Unverbesserlich. Einfach großartig. So spricht er über sich selbst - und seine politische Karriere: Donald Trump, 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Jemand, der so gestrickt ist, nimmt sich natürlich auch einiges raus gegenüber Frauen, Journalisten, Politikern. Kritiker bezeichnen das Verhalten des 72-Jährigen mit Worten wie: Selbstsucht, Hochmut, Sexismus. Erst kürzlich sagt einer der früheren Anwälte über Donald Trump: "Er ist ein Rassist. Er ist ein Betrüger. Er ist ein Hochstapler."

Vergebung ist möglich

Sexismus, Selbstsucht, Größenwahn. In der mittelalterlichen Tugendlehre gelten diese Charakterzüge als schwere Laster; der Volksmund spricht sogar von "Todsünden". Beide Begriffe deuten an, dass bestimmte Verhaltensweisen höllische Konsequenzen haben können. Wie gesagt: können, nicht müssen. Zur Todsünde wird eine Tat nämlich erst dann, "wenn es jemand vorzieht, sich sich selbst zuzuwenden oder irgendeiner Sache, die im Widerspruch zum göttlichen Willen steht", schreibt Papst Johannes Paul II. in einem apostolischen Lehrbrief (1984). Aber selbst in diesem Fall ist Vergebung möglich. Nämlich dann, wenn der Akteur der Todsünde, aus vollem Herzen bereut und zur Buße bereit ist. Nachzulesen übrigens in der Passionsgeschichte bei Lukas. Jesus wird an Karfreitag mit zwei Mördern gekreuzigt. Einer der beiden bereut im Gespräch mit ihm alle seine Taten. Daraufhin sagt Jesus zu ihm: "Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst Du mit mir im Paradies sein (Lk 23,43)."

Hat Trump Jesus kennengelernt?

Wenn Menschen Gott kennenlernen, legen sie ihre Selbstsucht ab, ihren Größenwahn, Rassismus. Die Bibel erzählt das immer wieder. Da wäre zum Beispiel Paulus. Der ist zunächst ein hasserfüllter Mann, jagt die Anhänger der christlichen Gemeinde. Doch dann begegnet ihm Jesus. Paulus wandelt sich zu einem Mann des Friedens, einem Brückenbauer zwischen den Religionen. Insofern wäre die Frage zu Donald Trump und dem Himmel vielleicht so zu stellen: Hat der Multimilliardär und 45. US-Präsident tatsächlich Christus kennengelernt? Das müsste sich ja zeigen - im persönlichen Verhalten und in der Politik.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 16.03.2019 | 09:15 Uhr