Sonnenaufgang am Südstrand mit Blick auf die Promenade in Wilhelmshaven. © NDR Foto: Anke Diehnelt

Auferstehung - Zwischen Wunschdenken und Weiterleben

Sendedatum: 06.04.2021 09:40 Uhr

Die Auferstehung: Knapp die Hälfte der Deutschen hält sie laut Emnid-Studie für reine Wunschvorstellung. Für dreißig Prozent geht es ums Weiterleben der Seele. Nur eine Minderheit hält am realen Ereignis fest.

von Pastor Frank Howaldt

Ostern war es still. Damals. Es war frühmorgens. Das aufgehende Licht macht kein Geräusch. Und auch die Auferstehung nicht. Kein Getöse, kein Jubel, keine Reden. Kaum jemand war dabei. Ein paar Frauen, die auf dem Friedhof nach dem Rechten sehen. Sie erwarten nichts Ungewöhnliches und halten Jesus für einen Gärtner. Anderen wird mulmig.

Und an den Tagen danach ist es nicht viel anders. Die Gefolgsleute halten sich versteckt. Sie rechnen mit einer Verhaftungswelle, nicht mit einer Auferstehungsbotschaft. Bis man die glaubt, vergehen Tage. Und auch dann ist Ostern noch lange Zeit weit davon entfernt, eine Massenbewegung zu werden. Anfangs sind es einzelne. Ein paar wenige geheimnisvolle Begegnungen mit dem Auferstandenen. Da bleibt viel Unglauben.

Die Auferstehung ist schwer vorstellbar

Heute ist es nicht viel anders. Die Auferstehung hat es am schwersten, mal so eben geglaubt zu werden. Knapp die Hälfte der Deutschen hält sie laut Emnid für eine reine Wunschvorstellung. Für dreißig Prozent ist sie ein Bild für das Weiterleben der Seele. Der Rest zuckt die Achseln. Nur eine Minderheit hält an einem realen Ereignis fest.

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Und irgendwo dazwischen wird die Wahrheit liegen. Zwischen Wunschdenken und Weiterleben. Irgendwo dazwischen findet sich Ostern. Weihnachten ist leicht zu begreifen, mit der Krippe; oder Karfreitag - mit dem Kreuz. Aber Ostern?

Sucht den Lebenden nicht bei den Toten, heißt der entscheidende Satz in der Bibel. Haltet euch nicht an einem leeren Grab fest. Sucht anderswo. Da, wo die Kinder die bunten Eier finden. Hinter den Vordergründen. In den Lücken, bei den Blumen, hinter den Büchern, in den Kissen. Wo das Leben sich nach Leben sehnt. Gerade jetzt zwischen Zahlen und Verboten. Immerhin ist dann doch eine große Bewegung draus geworden. Könnte also was dran sein an Ostern. Mehr als wir denken können.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 06.04.2021 | 09:40 Uhr

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