Sendedatum: 01.12.2009 20:15 Uhr  | Archiv

"Osteoporose kann man auch schon im jungen Alter haben"

Gast11: Sind Bisphosphonate schon nötig? Ich bin w,42J., vier Frakturen/2J, T-Score -1,67

Prof. Amling: Wichtig ist, um was für Frakturen es sich handelt - Wirbelkörperfrakturen oder Brüche der Röhrenknochen? Sie sollten sich deshalb beim Osteologen vorstellen, weil der Knochendichtewert alleine nicht ausreichend ist, um die Frage nach der notwendigen Therapie zu beantworten.

 

Gast7: Guten  Abend. Ich habe seit circa zehn Jahren Osteoporose und seit sechs Jahren Parkinson. Da die Einnahme meiner Medikamente Magenschmerzen bereiten, möchte ich statt  FoasVance Tabletten nun die Drei-Monatsspritze oder Jahresspritze nehmen. Wer kann mir die Spritzen geben? Ich habe die Reporte gesehen und nun große Angst vor Nebenwirkungen.

Prof. Amling: Wichtig ist, dass die Hauptwirkung der spezifischen Osteoporosemedikamente das Knochenbruchrisiko um mehr als die Hälfte reduziert. Deshalb ist darauf zu achten, dass die Indikation für eine derartige Therapie richtig gestellt wird. Das Risiko beispielsweise von Kiefernekrosen besteht insbesondere bei Tumorpatienten, die in extrem hohen Dosen Bisphosphonate erhalten. Dies ist bei der Osteoporose-Medikation wesentlich geringer.

Dr. Schmidt: Bei richtiger Indikation ist die Quartalsspritze eine Leistung der Krankenkasse und wird auch vom Hausarzt verschrieben.

 

John: Wie oft kann man eine Jahresinfusion Aclastas bekommen? Gibt es dafür Einschränkungen?

Dr. Schmidt: Die Erfahrung bei Aclastas liegen bei fünf Jahren.

 

Fras: Wann erscheint eine Knochendichtemessung sinnvoll und welches Verfahren ist am besten entwickelt?

Prof. Amling: Die Knochendichtemessung sollte immer mittels DXA-Technologie erfolgen, da für diese Messung die Leitlinienrichtwerte gelten. Durchgeführt werden sollte eine DXA-Messung bei bestehendem Verdacht auf ein Knochenmasseverlustsyndrom.

Dr. Schmidt: Wenn ein erhöhtes Risiko zu Osteoporose besteht, zum Beispiel familiäre Disposition oder aber langfristige Kortiosoneinnahme, aber auch andere Medikamente.

  

Gast6: Hallo, ich habe Osteoporose und gleichzeitig Nierensteine. Ich darf deswegen weder Vitamin D noch Kalzium einnehmen. Was soll ich tun?

Dr. Schmidt: Ich empfehle eine Therapie nur mit Vitamin D unter häufiger Kalziumwert-Kontrollen.

 

Ulla1: Ich bin weiblich, 50 und habe eine Osteoporose nach Langzeitkortisontherapie aufgrund einer Kollagenose mit erheblicher Sonnenempfindlichkeit und eine primär biliäre Zirrhose. Probleme macht mir eine ausreichende Aufnahme von Vitamin D, welches ich als Tablette mit Kalzium zu mir nehme. Kann man es auch irgendwie anders bekommen?

Dr. Schmidt: Vitamin D können Sie durch eine Wochentablette, zum Beispiel Dekristol, einnehmen.

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Visite | 01.12.2009 | 20:15 Uhr

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