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Leuchtturm Roter Sand - Letzter Gruß der Alten Welt

Samstag, 11. September 2021, 12:00 bis 12:45 Uhr

Seit mehr als 130 Jahren trotzt der Leuchtturm Roter Sand den Gezeiten und Stürmen der Nordsee in der Deutschen Bucht, auf halbem Wege zwischen Bremerhaven und Helgoland. Am 1. November 1885 wurde sein Feuer zum ersten Mal gezündet und wies den Schiffen fortan den Weg in die Wesermündung nach Bremerhaven und Bremen.

Meisterleistung der Ingenieurskunst

Er ist ein maritimes Denkmal von internationalem Rang und das erste Offshore-Bauwerk der Welt. Der Leuchtturm wurde von Menschenhand auf offener See im Meeresgrund auf einer Untiefe aus Treibsand verankert. Seine Errichtung auf einem eisernen Senkkasten war eine technische Pioniertat. Doch der rot-weiß gestreifte Turm mit den drei neugotischen Erkern und dem schwarzen Sockel ist weit mehr als ein für damalige Verhältnisse bedeutsames Leuchtfeuer. Er ist der bekannteste Leuchtturm überhaupt.

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In der Außenweser steht der Leuchtturm Roter Sand. © dpa Foto: picture alliance/Sina Schuldt/dpa

Leuchtturm Roter Sand: Bollwerk in rauer See

Seit 1885 trotzt der Leuchtturm Roter Sand der Nordsee. 1987 wurde er erstes offizielles Objekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. mehr

Wahrzeichen von Abschied und Heimkehr

Sein Motiv ist auf unzähligen Gemälden, Postkarten und kuriosen Andenken zu finden und das meisttätowierte Seezeichen auf den Armen der Matrosen. Für Millionen Auswanderer, die die Alte Welt über Bremerhaven verließen, war der Leuchtturm Roter Sand ein letztes Lebewohl der Heimat, für Millionen Seeleute, die von großer Fahrt aus den Weltmeeren nach Hause kamen, der erste Willkommensgruß. Für viele Menschen hat der Turm daher einen ähnlich emotionalen Symbolwert wie die Freiheitsstatue vor New York, als Wahrzeichen von Abschied und Heimkehr.

Am 1. Januar 1885 wurde das Leuchtfeuer auf dem Roten Sand gezündet. Zunächst war es eine Petroleumleuchte, später wurde es mit Gas betrieben und nach dem Zweiten Weltkrieg elektrifiziert. Das Hauptfeuer, das die Ein- und Ausfahrt in die Weser markierte, war etwa zehn Seemeilen weit zu sehen. © NDR/Radio Bremen/Werner Deich
Das Leuchtfeuer war zunächst eine Petroleumleuchte, später wurde es mit Gas betrieben, nach dem Zweiten Weltkrieg elektrifiziert.

Wie stark sein Bild bei den Küstenbewohnern verankert ist, zeigte sich, nachdem er 1964 außer Dienst gestellt worden war. Wenige Seemeilen weiter hatte der Leuchtturm Alte Weser mit automatischer Befeuerung und Radarfunktion seine Funktion übernommen. Der Leuchtturm Roter Sand hatte ausgedient. In den folgenden Jahrzehnten wollten Behörden und Politiker ihn abreißen, sprengen oder einfach in der Nordsee verrotten lassen. Sie alle hatten nicht mit der Empörung der Menschen an der Küste gerechnet. Aus der Protestwelle wurde eine Bürgerinitiative.

Spektakuläre Aktion zur Rettung des Turms

1983 gründete sich der Förderverein "Rettet den Leuchtturm Roter Sand" und mobilisierte Denkmalschutz, Politik und Öffentlichkeit, den Turm zu erhalten und zu restaurieren. 1987 wurde er als erstes Objekt von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz übernommen, die ihn bis heute finanziert. Mit einer spektakulären Aktion, dem Überstülpen einer 110 Tonnen schweren Stahlmanschette, konnte das verrottete Fundament des Leuchtturms Roter Sand dann gerettet und anschließend auch die Innenräume restauriert und originalgetreu eingerichtet werden.

Der mit aufwändiger Cineflex-Kameratechnik gedrehte Film ist eine Hommage an dieses Bauwerk und die Meisterleistung der Ingenieurskunst am Ende des 19. Jahrhunderts.

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Blick auf den Leuchtturm List Ost auf Sylt, die Dünen und das Meer. © fotolia.com Foto: rpeters86

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Autor/in
Britta-Susan Lübke
Kamera
Jan Ole Sieg
Schnitt
Heidi Leihbecher
Grafik
Markus Holzum
Musik
Ritchie Staringer
Sprecher/in
Holger Postler
Redaktion
Michaela Herold
Christoph Mestmacher