Mit Christina von Saß ab in den Wald und zur Ruhe kommen

Stand: 09.10.2021 10:33 Uhr

Bei der Publikumsaktion "Wünsch Dir Deinen NDR" konnten sich Interessierte für einen Besuch oder eine Aktion bewerben. Christina von Saß war für Hallo Niedersachsen im Nettlinger Wald bei Söhlde unterwegs.

von Christina von Saß

Tanja ist nicht aus Zucker. Das verstehe ich sofort, als wir uns für "Wünsch Dir Deinen NDR" bei ihr zu Hause in Hoheneggelsen treffen und ich ihren Rucksack anhebe. Mindestens fünf Kilogramm ist der schwer, eher acht. Wenn wir zwei heute verloren gehen im Wald, dann kann ich mich voll und ganz auf Tanja verlassen - so viel steht schon mal fest.

Christina von Saß mit Wald und Wildnispädagogin Tanja Brandes machen ein Selfie, ein Kameramann filmt die beiden. © NDR
Christina von Saß und Tanja Brandes sind im Nettlinger Wald bei Söhlde unterwegs.

Die Erzieherin - mit Zusatzausbildung zur Wald- und Wildnispädagogin - hat mich eingeladen. Sie will mir heute "ihren" Wald zeigen, den so genannten Nettlinger Wald bei Söhlde, das ist zwischen Hildesheim und Salzgitter. Bevor wir losmarschieren, heißt es: Wanderschuhe mit dicken Socken anziehen! "Wegen der Zecken", erklärt Tanja, und ich verziehe schon ein wenig das Gesicht. "Wie oft hattest du schon Zecken?", will ich von ihr wissen. "Kann ich nicht mehr zählen", lautet die Antwort. Ich seh schon: Auch wenn ich ein paar Mal Urlaub im Dachzelt gemacht habe, kann ich in Sachen "Outdoor-Credibility" noch viel lernen.

Ein Abenteuerspielplatz für große und kleine Kinder

Der Wald, den Tanja mir zeigt, ist wunderschön. Mit viel Berg-Ahorn, meterhohen Buchen und Eschen, romantischen Lichtungen und dichtem Unterholz. Überall ist Laub, das sich schon verfärbt, als wären wir mitten im Indian Summer in Nordamerika. Hier im Wald ist Tanja fast jeden Tag. Denn sie liebt ihn nicht nur für sich als meditativen Rückzugsort - sie nutzt ihn quasi auch beruflich! Mit ihren Kindergarten-Kindern kommt sie mehrmals in der Woche hierher: "Die Kinder lieben das. Für sie ist der Wald ein riesengroßer Spielplatz!"

Im Wald zur Ruhe kommen

Heute darf ich mit Tanja losziehen: Sie zeigt mir ein Reh-Bett, das ich noch nie zuvor gesehen habe. Ich bastel mir eine "Wald-Postkarte" und suche und finde dafür etwas Hübsches, Rundes, Weiches und Spitzes. Und am Ende umarmen wir doch tatsächlich auch noch einen Baum! Okay - ich geb zu, das finde ich eher ulkig als entspannend. Aber was auch ich bei unserem Ausflug sofort merke: Wald tut gut! Oder wie Tanja sagt: Er entschleunigt! Nicht das Schlechteste in unserer digitalisierten Welt, in der Handys und Co. immerzu unsere Aufmerksamkeit wollen. Und in unübersichtlichen Zeiten ist der Wald sogar so was wie ein Freund: Als Tanja vergangenes Jahr nach mehr als einem Vierteljahrhundert den Arbeitgeber wechselte, fand sie nur im Wald die Ruhe für ihre Entscheidung.

Auf unserem Rückweg geht hinter uns schon die Sonne unter und begleitet uns als großer gelber Ball. Plötzlich ruft Tanja: "Achtung, links an deinem Arm - eine Zecke!" - und wischt sie mir vom Ärmel. Wusste ich doch, dass ich auf Tanja zählen kann.

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