Hockey-EM: Hauke-Geschwister wollen zum Abschied den Titel

Stand: 07.12.2022 07:50 Uhr

Für Tobias und Franzisca Hauke beginnt mit dem heutigen Start der Hallenhockey-EM in ihrer Heimatstadt Hamburg der letzte Auftritt auf internationalem Parkett. Bei ihrem Abschied von der Nationalmannschaft könnten die beiden Teams der Geschwister allerdings nicht unterschiedlicher sein.

von Christina Schröder

Noch einmal einen internationalen Titel gewinnen und das vor heimischer Kulisse. Und dann 'Tschüs'! Eigentlich hatten sich Rekord-Nationalspieler Tobias Hauke und seine Schwester Franzisca bereits nach den Olympischen Spielen in Tokio 2021 aus der Nationalmannschaft verabschiedet. Doch den Einladungen der beiden Bundestrainer zur Europameisterschaft der Frauen und Männer in der Hamburger Sporthalle (7. bis 11. Dezember) konnten beide nicht widerstehen.

Hauke beendet erfolgreiche Karriere

"Ich freue mich wahnsinnig darauf, die Bühne noch einmal zu haben in Hamburg. Das hatte ich noch nie", sagte der Welthockeyspieler von 2013 vor dem Start der EM, die Corona-bedingt vom Jahresbeginn in den Dezember verschoben werden musste: "Meine Kinder sind jetzt mittlerweile so alt, dass sie das live miterleben können, das macht mich schon stolz."

Nach dieser Hallensaison soll für den 35-Jährigen endgültig Schluss mit Hockey sein. Er ist Olympiasieger von 2008 und 2012, mehrmaliger EM-Gold-Gewinner sowie deutscher Meister, dazu Euro-Hockey-League-Champion mit seinem Heimatclub Harvestehuder THC. Während dieser langen Karriere hatte der Hamburger kein internationales Championat in seiner Heimatstadt.

Männer mit unerfahrenem Team - Frauen routiniert

Nationalspielerin Franzisca Hauke im Duell mit Gegnerin © WITTERS Foto: ValeriaWitters
Franzisca Hauke (l.) beendet ihre internationale Karriere.

Bei der EM ist er der mit Abstand erfahrenste Spieler. Da sich der A-Kader auf die bevorstehende Feldhockey-WM im Januar in Indien vorbereitet, setzt Deutschland in der Halle auf Nachwuchstalente und Hallenspezialisten unter Bundesligaspielern, die besonders versierte Hallenspieler sind.

Unterdessen läuft Franzisca Hauke, genannt "Sissy", mit einem sehr erfahrenen Kader auf. Zehn der zwölf Spielerinnen im Team von Bundestrainer Valentin Altenburg haben an Olympischen Spielen teilgenommen.

Neben "Sissy" werden auch ihre Mitstreiterinnen Lisa Altenburg und Langzeit-Kapitänin Janne Müller-Wieland bei dem Turnier verabschiedet. Mit beiden gewann Hauke bei den Spielen in Rio de Janeiro Olympia-Bronze. "Wenn ich mir vorher bewusst mache, dass es vielleicht die letzten Spiele sind, dann habe ich immer noch etwas mehr Freude und Kribbeln", sagt die langjährige Führungsspielerin des Harvestehuder THC, für die es wahrscheinlich auch die letzte Saison mit dem Club werden wird.

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Deutsche Teams Favoriten auf EM-Titel

In Hamburg möchte sie an die Hallen-WM 2018 in Berlin anknüpfen: Vor rekordverdächtigen 8.000 Zuschauern wurde "Sissy" Weltmeisterin, ihr Bruder Tobias Zweiter. Bei dieser EM soll es wieder Titel geben - diesmal für beide. Trotz wenig Erfahrung bei den Männern und kaum Vorbereitungszeit für beide Mannschaften sind die deutschen Teams die Top-Favoriten.

Duell zwischen Deutschlands Francisca Hauke (M.) und der Niederländerrin Lieke van Wijk (l.). © IMAGO / Mattkias Koch
AUDIO: Hallenhockey-EM: Auf der Suche nach dem goldenen Abschied (2 Min)

In keinem anderen Land hat das Hallenhockey, die kleine Schwester des Feldhockeys, einen so hohen Stellenwert wie in Deutschland. Neben den Gastgebern gilt bei den Männern vor allem Österreich (Hallen-Weltmeister 2018) als Mitfavorit, die Niederländerinnen sind in der Halle wie auf dem Feld die ärgsten Konkurrentinnen der DHB-Frauen.

Neuer Modus bei Hallen-EM

Im neuen Modus, bei dem alle Teams einmal gegeneinander spielen, ehe die K.o.-Phase beginnt, treffen die Frauen heute zunächst auf Außenseiter Türkei (13 Uhr). Die Männer starten erst am Donnerstag mit der Partie gegen Belgien (12 Uhr) in die EM.

"Wir wollen in eigener Halle Europameister werden", betont Tobias Hauke. Für die Geschwister ist die EM nach dem jeweils enttäuschenden vierten Platz in Tokio die große Chance, sich mit einem Positiverlebnis und dann noch vor Heimpublikum von ihrem Sport zu verabschieden. "Es ist super selten, dass man diese Gelegenheit als Nationalspieler bekommt", so "Sissy" Hauke. Auch, weil weder Freunde und Familie zuletzt dabei sein konnten, "ist es jetzt umso geiler!"

Spielplan Damen:

Mittwoch, 7. Dezember 
UhrzeitBegegnung
10.30 UhrUkraine - Tschechien
11.45 UhrNiederlande - Österreich
13 UhrDeutschland - Türkei
17 UhrNiederlande - Tschechien
18.15 UhrTürkei - Ukraine
19.30 UhrDeutschland - Österreich
Donnerstag, 8. Dezember
UhrzeitBegegnung
13.15 UhrTürkei - Niederlande
14.30 UhrTschechien - Österreich
15.45 UhrUkraine - Deutschland 
Freitag, 9. Dezember
UhrzeitBegegnung
9.30 UhrÖsterreich - Ukraine
10.45 UhrTschechien - Türkei
12 UhrNiederlande - Deutschland
17 UhrÖsterreich - Türkei
18.15 UhrDeutschland - Tschechien
19.30 UhrUkraine - Niederlande
Sonnabend, 10. Dezember
UhrzeitBegegnungen K.o.-Runde
12.45 Uhr, Spiel um Platz 55. Platz  - 6. Platz
14.10 Uhr, Spiel um Platz 33. Platz  - 4. Platz
15.35 Uhr, Finale1. Platz - 2. Platz

Spielplan Herren:

Donnerstag, 8. Dezember
UhrzeitBegegnung
9.30 Uhr Tschechien - Niederlande 
10.45 Uhr Österreich - Schweiz 
12 Uhr Deutschland - Belgien 
17 UhrSchweiz - Tschechien 
18.15 UhrÖsterreich - Belgien 
19.30 Uhr Deutschland - Niederlande 
Freitag, 9. Dezember
UhrzeitBegegnungen
13.15 Uhr Schweiz - Deutschland 
14.30 Uhr Niederlande - Belgien 
15.45 Uhr Tschechien - Österreich 
Sonnabend, 10. Dezember
UhrzeitBegegnung
9 Uhr Niederlande - Schweiz 
10.15 Uhr Belgien - Tschechien 
11.30 Uhr Deutschland - Österreich
18.15 Uhr  Tschechien - Deutschland 
19.30 Uhr Österreich - Niederlande
20.45 Uhr Belgien - Schweiz 
Sonntag, 11. Dezember
UhrzeitBegegnungen K.o.-Runde
11 Uhr, Spiel um Platz 55. Platz  - 6. Platz
12.30 Uhr, Spiel um Platz 33. Platz - 4. Platz 
14 Uhr, Spiel um Platz 11. Platz - 2. Platz

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 07.12.2022 | 13:18 Uhr

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