Fans der Rostock Seawolves feiern ihre Aufstiegshelden

Stand: 13.05.2022 21:13 Uhr

Die Rostock Seawolves haben erstmals in der Clubgeschichte den Sprung in die Basketball-Bundesliga geschafft. Am Freitagabend stieg die Aufstiegsfeier vor dem Rostocker Rathaus.

Rund 1.500 Fans hatten sich dort versammelt, um ihre Helden gebührend zu empfangen - und vor allem zu feiern. Zu den Gratulanten gehörte auch Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen, der schon am Vorabend als Fan mit weiteren rund 100 Seawolves-Anhängern in Jena dabei war. "Sie waren einfach dran", rief Madsen den Fans zu.

Seawolves-Kapitän Jost überwältigt

Um kurz nach 19 Uhr war es dann so weit: Das Team betrat unter frenetischem Jubel die Bühne. Kapitän Michael Jost räumte im NDR Interview ein, dass er das alles noch gar nicht so richtig realisieren könne. "Gefühlt bin ich noch im Spiel drin, als wenn es erst zehn Minuten her wäre", sagte der 33-Jährige.

Beim Blick auf die vielen fröhlichen Seawolves-Fans fügte er hinzu: "Diese Kulisse hier - das muss man einfach genießen. So etwas hat man nicht so oft im Leben. Die freuen sich einfach, die Leute. Das ist mega. Da kommen einem ein bisschen die Tränen."

Dramatische Schlusssekunden in Jena

Freudentränen waren auch am Abend zuvor geflossen. Was war das auch für eine Dramatik in der absoluten Crunchtime! Durch einen Dreier in der letzten Sekunde gewannen die Seawolves mit 77:76 (43:35) in Jena und damit die "Best of five"-Halbfinalserie mit 3:1.

Gut vier Sekunden standen am Donnerstag noch auf der Spieluhr, die Rostocker lagen mit 74:76 hinten, obwohl sie zuvor lange geführt hatten. Tyler Nelson bekam den Ball, drehte sich und versenkte seinen Wurf von weit hinter der Dreierlinie im Korb - 77:76! Die Seawolves-Spieler jagten übers Feld, fielen den rund 100 mitgereisten Fans in die Arme, tanzten, feierten - ehe die Schiedsrichter einschritten. Es waren doch noch 0,2 Sekunden übrig. Also wieder Aufstellung nehmen. In der Gewissheit, dass Jena dieser Wimpernschlag nicht reichen würde, um noch einmal zu kontern. Und so kam es auch, die Party konnte endgültig beginnen.

Seawolves-Coach Held: "Tyler hat geliefert"

"Das ist am Ende natürlich auch etwas Glück, dass so ein Wurf dann reinfällt", sagte ein sichtlich mitgenommener Rostock-Coach Christian Held. "Aber Tyler hat geliefert." Das Mannschaftsgefüge sei einfach in Takt, und das Team habe bis zum Ende an sich geglaubt: "Tyler hatte Probleme in der Serie, aber hat jetzt so ein Spiel abgeliefert. Genau das ist diese Mannschaft."

Madsen war extra mit nach Jena gereist und feierte den Sieg standesgemäß mit Seawolves-Trikot im Fanblock. Sportministerin Stefanie Drese gratulierte im Namen der Landesregierung: "Der Aufstieg ist die vorläufige Krönung dieser außergewöhnlichen Entwicklung des Vereins. Er ist sporthistorisch und bedeutet einen Meilenstein für den Basketballsport in unserem Land", lobte die SPD-Politikerin die Leistung der Seawolves.

Jena geht Sekunden vor Schluss in Führung

In Jena hatte es nach so einem Drama lange nicht ausgesehen. Die Seawolves hatten das Spiel lange komplett im Griff gehabt, führten zwischenzeitlich mit zehn Punkten. Doch im letzten Viertel kamen die Gastgeber auf und lagen 45 Sekunden vor der Schlusssirene auf einmal mit 74:72 in Führung - das erste Mal überhaupt im Spiel. Das Momentum sprach für die Gastgeber, bis Nelson den Ball bekam und den Rostocker BBL-Traum Wirklichkeit werden ließ.

Im Play-off-Endspiel um die Zweitliga-Meisterschaft treffen die Mecklenburger nun am kommenden Montag (19.30 Uhr) auf die Tigers Tübingen. Das Rückspiel findet am 21. Mai statt. Beide Finalteilnehmer haben das Aufstiegsrecht, allerdings haben nur die Seawolves die BBL-Lizenz beantragt.

Dieses Thema im Programm:

Sport kompakt | 12.05.2022 | 22:00 Uhr

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