Stand: 07.07.2019 15:25 Uhr

Thole/Wickler nach Finalkrimi Vize-Weltmeister

Julius Thole und Clemens Wickler haben bei der Beachvolleyball-WM in Hamburg die Sensation knapp verpasst, aber dennoch den größten Erfolg in ihrer noch jungen Karriere gefeiert. Deutschlands Top-Team unterlag am Sonntag in einem spannenden und hochklassigen Finale den Russen Oleg Stojanowskij/Wjatscheslaw Krasilnikow mit 1:2 (21:19, 17:21, 11:15). "Am Anfang war die Enttäuschung natürlich groß und ich war den Tränen nah. Aber jetzt kommt schon ein bisschen der Stolz. Wir haben die ganze Woche über sehr gute Leistungen abgerufen, auch im Finale", sagte Wickler im ARD-Interview.

Die Silbermedaille ist das erste WM-Edelmetall für die deutschen Beach-Männer seit sechs Jahren, als Jonathan Erdmann und Kay Matysik Bronze holten. Weltmeister Russland sicherte sich mit dem Finalsieg den ersten Startplatz für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio.

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Ohrenbetäubende Kulisse auf dem Center Court

Das Duo vom Eimsbütteler TV zeigte auch im Endspiel vor rund 13.000 begeisterten Zuschauern eine starke Leistung und gewann den ersten Satz. Die Russen hielten jedoch dagegen und ließen sich auch von der ohrenbetäubende Kulisse im Hexenkessel auf dem Center Court nicht beeindrucken. Stojanowskij kam immer besser in die Partie, der 22-Jährige brachte die Deutschen mit seinen teils über 100 km/h schnellen Aufschlägen in Bedrängnis.

Wickler: "Russen waren am Ende stärker"

Im entscheidenden Abschnitt musste Blocker Thole beim 4:4 am Nacken behandelt werden. Die Nummer drei der Welt aus Russland lag danach bereits mit 7:4 vorne, doch die deutschen Meister bewiesen unerschütterlichen Kampfgeist und starteten eine eindrucksvolle Aufholjagd. Plötzlich führten sie ihrerseits mit 8:7. Die Zuschauer tobten, doch anders als in den Partien zuvor machten Thole/Wickler Fehler und brachten ihre Angriffe zu selten durch. Beim 8:12 war die Vorentscheidung gefallen. "Am Ende hat Oleg seine Sprungaufschläge ausgepackt und uns ein paar rübergeprügelt. Das wurde belohnt. Heute waren die Russen am Ende stärker, das muss man anerkennen", sagte Wickler.

Fans feiern die Lokalmatadoren minutenlang

Trotz der Niederlage feierten die enthusiastischen Fans die Lokalmatadoren minutenlang. In den zehn Tagen haben sich Thole/Wickler bei ihrem WM-Debüt nicht nur als neue Elitespieler entpuppt, sondern auch zu absoluten Fan-Lieblingen entwickelt. "Sie sind schon jetzt das neue Aushängeschild", erklärte DVV-Sportdirektor Niclas Hildebrand: "Mit welcher Konsequenz sie spielen, ist beeindruckend. Trotzdem sind sie auf dem Feld auch emotional." Neben der ersten Medaille bei einem Großereignis darf sich das deutsche Duo über rund 40.000 Euro Preisgeld und 1.440 Weltranglistenpunkten freuen.

"Wir haben ein Riesenglück, dass wir Teil von diesem Turnier und diesem Beachvolleyball-Hype in Hamburg waren. Mit ein bisschen Abstand werden wir unglaublich stolz auf dieses Turnier zurückschauen. Was hier möglich gemacht wurde, ist ein neues Level, was Beachvolleyball angeht." Julius Thole

Bronze für "Vikings" Mol/Sorum

Zuvor hatten Anders Mol und Christian Sorum Bronze gewonnen. Die norwegischen Weltranglistenersten besiegten im Spiel um Platz drei das US-Duo Tri Bourne/Trevor Crabb mit 2:1 (19:21, 21:15, 15:10). Den "Vikings" steckte im ersten Satz offensichtlich noch die Halbfinal-Niederlage vom Vortag gegen Thole/Wickler in den Knochen. Im zweiten Durchgang legten die Favoriten jedoch den Frust zusehends ab und kämpften sich mit Erfolg in die Partie.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 07.07.2019 | 19:30 Uhr