Stand: 01.03.2020 17:04 Uhr

Bahnrad-WM: Hinze feiert Gold-Triple

Emma Hinze stemmt nach ihrem dritten WM-Gold ihr Rad nach oben.

Emma Hinze stemmte vor lauter Freude ihre Rennmaschine in die Luft und schüttelte ungläubig den Kopf. Die erst 22 Jahre alte Sprinterin hat sich in einem Finale furioso zur Bahnrad-Königin von Berlin gekrönt und das historische WM-Triple von Kristina Vogel aus dem Jahr 2014 wiederholt. Die gebürtige Hildesheimerin holte sich am Sonntag unter großem Jubel im Kampfsprint Keirin ihren dritten Weltmeister-Titel, nachdem sie zuvor schon Gold mit der Mannschaft und im Sprint gewonnen hatte. Damit katapultierte sich Hinze auch in die Rolle der Topfavoritin für die Olympischen Spiele in Tokio (24. Juli bis 9. August).

Hinze ein "supergroßes Talent"

"Ich brauche ein paar Tage oder Wochen, um das zu realisieren. Ich bin jetzt richtig fröhlich, freue mich aber auch auf meinen Urlaub. Ich fühle mich wie im Traum", sagte Hinze. "Grandios, überragend", schwärmte Bundestrainer Detlef Uibel über seine neue Vorzeigefahrerin und zog symbolisch den Hut. Auch Vogel, die seit ihrem schlimmen Trainingsunfall im Jahre 2018 querschnittsgelähmt ist, war voll des Lobes: "Sie ist ein supergroßes Talent. Ich hoffe, es ist der Beginn einer wunderschönen Karriere."

Und im Windschatten von Hinze brillierten auch die Kolleginnen. Die noch zwei Jahre jüngere Lea Friedrich (Dassow) belegte im Keirin Platz sechs. Zuvor hatte sie schon jeweils Gold im Teamsprint und im 500-Meter-Zeitfahren geholt, wodurch sie zur jüngsten Siegerin in dieser Disziplin aufgestiegen war.

Schaffen es Hinze und Friedrich zu Olympia?

Neben den beiden norddeutschen Starterinnen überzeugte auch Pauline Grabosch (Erfurt), die an der Seite von Hinze im Teamsprint zu Gold raste. "Der Bundestrainer hat eine schwere Entscheidung zu treffen mit uns Dreien", sagte Friedrich mit Blick auf die Olympischen Spiele, bei denen nur zwei Fahrerinnen starten dürfen. "Dass dieses Trio so schnell die Lücke schließen konnte, die Vogel und Welte gerissen haben, war phänomenal", bilanzierte der deutsche Sportdirektor Patrick Moster.

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 26.02.2020 | 22:03 Uhr