Rugby: Makonnen Amekuedi (Deutschland) fliegt zum ersten deutschen Versuch © Imago / Kessler-Sportfotografie

7er-Rugby: Top-Teams kämpfen in Hamburg um den EM-Titel

Stand: 24.06.2024 16:10 Uhr

Hamburg wird am Wochenende zur europäischen Rugby-Hochburg: In Eidelstedt wird von Freitag bis Sonntag die EM im olympischen 7er-Rugby ausgetragen. Das deutsche Männer-Team will aufs Treppchen, das Frauen-Team die Qualifikation für die Challenger-Serie.

Insgesamt 68 Partien stehen von Freitag an auf der Sportanlage am Steinwiesenweg auf dem Programm, wenn die besten Teams des Kontinents um den Titel des Europameisters kämpfen. Die deutschen Männer haben sich eine gute Ausgangslage verschafft: Das Team des Trainerduos Pablo Feijoo und Clemens von Grumbkow wurde zum Auftakt des Wettbewerbs im kroatischen Markaska Dritter.

Mit 16 Punkten geht Deutschland folglich als Dritter der Rangliste ins Heimturnier, in dem die Entscheidung über den Gewinn der Europameisterschaft fallen wird. Bessere Ausgangspositionen haben nur Irland (18 Zähler) und Frankreich (20).

Männer treffen auf Spanien, Georgien und Litauen

Das Wolfpack hat für das Heimturnier eine "durchaus schwierige Gruppe erwischt", wie von Grumbkow unterstreicht. "Die Gegner sind alle ernst zu nehmen, aber im Grunde auch alle machbar, wenn wir unsere Leistung abrufen. Spanien hat sich in Kroatien unter Wert verkauft. Die werden in Hamburg sicher ein besseres Team aufbieten und etwas gutmachen wollen. Georgien kennen wir gut. Die sind physisch stark, kommen oft mit viel Emotionalität. Aber, wenn wir uns an unseren Spielplan halten, sind wir eigentlich das bessere Team. Und auch Litauen hat ein interessantes Team, das in Kroatien zwar viel verloren, aber immer nur knapp verloren hat."

Das Ziel ist klar: Man wolle mindestens den Podiumsplatz verteidigen, aber mit etwas Glück und den Heimfans im Rücken vielleicht sogar noch einen oder gar zwei Plätze nach oben rutschen. "Und wir würden vor den heimischen Fans gern mal wieder im Finale stehen. Das wäre das i-Tüpfelchen, denn die Jungs freuen sich wahnsinnig auf dieses Heimturnier", sagte von Grumbkow.

Frauen-Team muss in der Rangliste einen Konkurrenten überholen

Das Podium ist für die deutsche "Girl Gang" realistisch betrachtet nicht mehr zu erreichen. Doch die deutschen Frauen wollen sich in der Hansestadt erstmals für die World Rugby Challenger Series qualifizieren. Insgesamt kämpfen zwölf Nationalmannschaften bei dieser Serie um den begehrten Aufstieg in die höchste Spielklasse, die Sevens World Series.

Dafür müsste in Hamburg voraussichtlich in der Endabrechnung ein Platz unter den besten drei Teams her, die nicht schon in der Weltserie dabei sind. Die Konkurrenz ist mit Polen, Belgien und Tschechien, die aktuell in diesem Ranking noch vor Deutschland liegen, allerdings stark.

In der Gruppenphase trifft das deutsche Team zunächst auf Großbritannien, in Kroatien gelang bereits ein Sieg gegen die Mannschaft von der Insel. Es folgen Duelle mit der Ukraine und dem Gesamtführenden Polen.

Rugby-Verband will Zuschauerzahlen steigern

Für viele Mannschaften ist das Turnier in Hamburg gleichzeitig auch eine wichtige Standortbestimmung vor den Olympischen Spielen. Die deutschen Teams haben sich nicht für Paris qualifiziert.

Zur EM-Premiere im vergangenen Jahr waren insgesamt 6.500 Zuschauer nach Eidelstedt gekommen. Der Deutsche Rugby-Verband hofft auf eine Steigerung - deshalb werden die mobilen Tribünen vergrößert. Auch das Rahmenpogramm zwischen den Spielen wird ausgeweitet.

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Bastian van der Bosch (l.) und Jakob Dipper klatschen nach Dippers Versuch ab. © picture alliance / dpa / Kessler-Sportfotografie Foto: Jürgen Kessler

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 24.06.2024 | 19:30 Uhr

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