Stand: 01.07.2015 16:07 Uhr  | Archiv

Pascal Hens - Populärer Pokalsammler

von Sonja Wurtscheid, NDR.de
Hamburgs Pascal Hens am Boden © Fishing4
Pascal Hens verletzt am Boden - leider kein seltenes Bild.

Nach der steilen Erfolgsgeschichte fordert eine Serie von Verletzungen die Geduld von Hens heraus. In der Vorrunde des Olympischen Handballturniers 2004 in Athen zieht er sich einen Bandscheibenvorfall zu, verpasst dadurch den Rest des Turniers, bei dem das deutsche Team die Silbermedaille gewinnt. Durch Zwangspausen in der Reha-Klinik fehlt Hens auch bei der WM 2005. Beim HSV Hamburg bleiben die sportlichen Erfolge in den folgenden Jahren ebenfalls aus. Den schwachen Platzierungen in der Liga steht aber 2006 immerhin der Gewinn des DHB-Pokals gegenüber.

Hens beweist Kampfgeist

Die deutschen Handball-Nationalspieler Pascal Hens, Christian Schwarzer und Markus Baur (v.l.) feiern den WM-Sieg. © picture-alliance
Jubel vor heimischer Kulisse: 2007 wird Deutschland mit Pascal Hens (l.) Weltmeister.

Doch 2007 wird wieder ein absolutes Erfolgsjahr, Hens kämpft sich zurück an die Spitze seiner Leistungsfähigkeit. Die Handball-WM im eigenen Land geht er mit einem klaren Ziel an: "Wir wollen Weltmeister werden." Und es gelingt - die DHB-Auswahl gewinnt den Titel im eigenen Land. "Viele Leute hatten uns nicht zugetraut, dass wir überhaupt ins Finale kommen. Aber vor und während der WM wuchs unser Team immer besser zusammen und wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert. Da hat besonders unser Trainer Heiner Brand eine Riesenarbeit geleistet“, beschreibt Hens auf seiner Internetseite "Pommesbude“ das Erfolgsgeheimnis. Den markanten Spitznamen "Pommes" hat er aufgrund seiner langen, dünnen Arme bereits zu Wiesbadener Zeiten erhalten. Auch mit dem HSV Hamburg bestreitet Hens 2007 eine herausragende Saison: Es ist die leistungsmäßig beste seit Bestehen des Vereins - gekrönt mit der Vizemeisterschaft und dem Gewinn des Europapokals der Pokalsieger.

Deutscher Meister und Champions-League-Sieger

Die Mannschaft des HSV jubelt mit dem Champions-League-Pokal. © dpa-bildfunk Foto: Marius Becker
Der HSV gewinnt die Champions League - Pascal Hens (2.v.r.) mittendrin.

Nach dem herausragenden Jahr 2007 fällt Hens erneut verletzungsbedingt aus. Die Olympischen Spiele 2008 in Peking muss er als Zuschauer verfolgen. Nach dem enttäuschenden Ausscheiden der deutschen Mannschaft in der Gruppenphase resümiert die "Handballwoche“: "Mit ihm wäre vieles anders gelaufen.“ 2010 geht es sportlich wieder bergauf. Der HSV Hamburg gewinnt mit Hens zum zweiten Mal den DHB-Pokal. Im Meisterschaftskampf muss sich die Mannschaft allerdings zum wiederholten Mal dem THW Kiel geschlagen geben. Doch Hens bleibt am Ball: "Solange noch kein Titel da ist, will ich hier nicht weg", antwortet er dem "kicker“ auf die Frage nach einem möglichen Vereinswechsel. Der Titel kommt: 2011 gelingt den Hamburger Handballern der erstmalige Gewinn der deutschen Meisterschaft. Einer der Leistungsträger: Natürlich Hens. Zwei Jahre später erobert der HSV Europas Handball-Thron. Nur per Wildcard-Turnier gelingt den Hanseaten überhaupt die Qualifikation zur Champions League, doch die Norddeutschen kommen bis ins Finale, in dem der FC Barcelona mit 30:29 bezwungen wird. "Ein historischer Triumph, der natürlich eine ganze Woche lang ausgiebig gefeiert wurde", erzählt Hens auf seiner Homepage.

Vorbildrolle im deutschen Handball

Die sportlichen Erfolge und seine charakterliche Stärke bescheren Hens eine Vorbildrolle im deutschen Handball. "Die jungen Spieler schauen zu Pascal auf. Es ist in seiner Persönlichkeit festgelegt, dass er Einfluss nimmt“, erklärt Bundestrainer Brand in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. In der Nationalmannschaft ist Hens bis zu seinem Rücktritt 2012 Kapitän - wie auch beim HSV. Im Sommer 2015 verlängerte der 35-Jährige seinen Vertrag überraschend um ein weiteres Jahr bis zum 30. Juni 2016. Es ist die 13. Saison für Hens bei den Hamburger Handballern.

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 26.03.2015 | 10:25 Uhr