Stand: 09.05.2019 20:34 Uhr

THW Kiel wackelt, fällt aber nicht

von Johannes Freytag, NDR.de
Domagoj Duvnjak (M.) erzielte in Wetzlar zwei Treffer.

Der THW Kiel hat in der Handball-Bundesliga mit einem Kraftakt das vorzeitige Aus im Meisterschaftsrennen verhindert und bleibt auf Tuchfühlung zu Tabellenführer SG Flensburg-Handewitt. 27:23 (15:12) gewannen die "Zebras" bei der HSG Wetzlar, machten den Erfolg aber erst in den Schlussminuten klar. Zwischenzeitlich agierte der Rekordmeister wenig souverän und gab die Partie gegen die Hessen fast aus der Hand. So aber sind die Kieler vor dem Gipfeltreffen am Sonntag in eigener Halle gegen Flensburg bis auf zwei Pluspunkte an den Landesrivalen herangerückt. "Wir haben viel Selbstvertrauen gesammelt, dann glaubt man auch fünf Minuten vor dem Ende daran, dass man das Spiel gewinnen wird", sagte Steffen Weinhold, der mit fünf Toren bester THW-Werfer war.

THW lässt viele Chancen ungenutzt

Beide Teams begannen die Partie überaus fahrig und nervös. Ballverluste, Fehlpässe und Pfostentreffer, aber auch einige starke Paraden von Kiels Niklas Landin und Wetzlars Tibor Ivanisevic sorgten dafür, dass es nach fast sechs Minuten immer noch 0:0 stand. Harald Reinkind brach den Bann zugunsten der "Zebras", die anschließend schnell auf 3:0 erhöhten (8.). Die THW-Defensive stand gut, immer wieder scheiterten Wetzlars Angreifer am Kieler Mittelblock. Mit schnellen Tempogegenstößen baute der Favorit seine Führung weiter aus (12./7:2). Aber die Gäste ließen auch einige sehr gute Torchancen liegen und bauten ihren Gegner wieder auf. Nach 21 Minuten lag der THW nur noch mit einem Treffer vorne (10:9). Zur Pause stand es 15:12, angesichts der zahlreichen Möglichkeiten zu wenig aus Kieler Sicht.

Entscheidung in den Schlussminuten

HSG Wetzlar - THW Kiel 23:27 (12:15)

Tore Wetzlar: Cavor (5), Forsell Schefvert (3), Rubin (3), Frend Öfors (3), Torbrügge (3), Holst (3/3), Björnsen (2), Mirkulovski (1)
Tore THW Kiel: Weinhold (5), Dahmke (5), Ekberg (4/3), Pekeler (3), Reinkind (3), Bilyk (2), Duvnjak (2), Wiencek (2) Rahmel (1)
Zuschauer: 4.421

Auch im zweiten Durchgang hielten die Hessen gut dagegen, geduldig spielten sie ihre Angriffe aus, Kiel konnte nicht entscheidend wegziehen (37./18:16). Mit etwas mehr Effektivität hätte Wetzlar durchaus ausgleichen können, doch THW-Keeper Landin verhinderte dies zunächst mit mehreren Paraden. Die "Zebras" wirkten in dieser Phase alles andere als souverän, Coach Gislason redete sich in einer Auszeit in Rage ("Wir müssen wieder was tun"). Vergeblich: Ekberg verwarf einen Siebenmeter, im Gegenzug traf Stefan Cavor für Wetzlar - 20:20 (47.). Das Remis hatte auch sechs Minuten vor dem Ende noch Bestand (54./23:23). Kiel wackelte bedenklich, fiel aber nicht. Ein 4:0-Lauf sorgte für das vorentscheidende 27:23 (57.). Weitere Treffer fielen nicht mehr.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 09.05.2019 | 22:40 Uhr