Stand: 24.01.2020 14:39 Uhr

Rechtsstreit: "Recken" droht Niederlage gegen Papenburg

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Bauunternehmer Günter Papenburg und die TSV Hannover-Burgdorf liegen im Rechtsstreit.

Der TSV Hannover-Burgdorf droht vor dem Landgericht Verden offenbar eine Niederlage. Im Rechtsstreit zwischen dem Handball-Bundesligisten und dem Bauunternehmer Günter Papenburg deutet vieles auf einen Erfolg des Besitzers der TUI Arena in Hannover hin. Das Landgericht kündigte am Freitag ein Urteil für den 28. Februar an und appellierte erneut an beide Seiten, sich doch noch außergerichtlich zu einigen.

Der Vorsitzende Richter Rouven Seeberg machte nach mehreren Zeugenvernehmungen jedoch deutlich, dass die Kammer erhebliche Zweifel an der Position des Tabellenzweiten der Handball-Bundesliga hat.

Hannover-Burgdorf fordert 372.000 Euro von Papenburg

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Die "Recken" fordern Papenburg zu einer Zahlung von rund 372.000 Euro auf, die auf eine Etatlücke aus der Bundesliga-Saison 2017/2018 zurückgeht. Hintergrund ist ein Fünfjahresvertrag, den beide Seiten vor Beginn jener Spielzeit abgeschlossen hatten. Der Handball-Club zog von seiner bisherigen Spielstätte Swiss-Life-Hall am Stadion in die deutlich größere TUI Arena um. Papenburg unterschrieb im Gegenzug eine Verpflichtungserklärung, die sicherstellen soll, dass der Unternehmer im Falle einer Unterdeckung des 6,5-Millionen-Euro-Etats mit bis zu einer Million Euro für diese Lücke geradesteht.

Papenburg verweigert jedoch eine entsprechende Zahlung für die Saison 2017/2018 mit der Begründung, dass ihm die "Recken" einen Einblick in ihre Geschäftszahlen verwehren. Als dem Club deshalb im Mai 2018 die Zahlungsunfähigkeit drohte, sprang der Hauptsponsor Bernd Gessert aus Burgdorf, Inhaber von CP-Pharma, mit zwei Darlehen in Höhe von insgesamt 630.000 Euro ein.

"Formulierung der Verpflichtungserklärung unglücklich"

Kernproblem der Auseinandersetzung ist, dass "die Formulierung der Verpflichtungserklärung unglücklich ist", erklärte Richter Seeberg. Die "Recken" argumentieren: Es gab eine Etatlücke, also muss Papenburg zahlen. In der Verpflichtungserklärung ist jedoch von Gesamteinnahmen in Höhe von 6,5 Millionen Euro und nicht von Umsatzerlösen (Ergebnisse der Gewinn- und Verlustrechnung) die Rede, die der Club pro Saison zu erzielen habe. Und zu solchen Einnahmen zählen nach Auffassung von Papenburgs Anwälten auch die Darlehen des Hauptsponsors, deren Gewährung wiederum alle Etatlücken geschlossen hätten.

Papenburg: "Man kann immer noch reden"

"Es geht nicht darum, dass ich meine Verpflichtung nicht erfülle. Es geht darum, dass ich die Zahlen nicht prüfen kann", sagte Papenburg vor Gericht. "Noch ist nichts verloren. Man kann immer noch reden." Denn klären müssen beide Seiten auch, wie die TSV Hannover-Burgdorf und der Besitzer ihrer Spielstätte nach diesem Rechtsstreit miteinander umgehen wollen. Ihr gemeinsamer Vertrag ist weiterhin gültig, aber Spieltermine für die nächste Saison stehen bislang nicht fest.

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 24.01.2020 | 15:25 Uhr