Stand: 13.09.2018 20:40 Uhr

THW Kiel verliert erneut - Flensburg souverän

Lukas Nilsson (M.) verlor mit dem THW Kiel deutlich in Magdeburg.

Der deutsche Handball-Rekordmeister THW Kiel droht in der Bundesliga frühzeitig den Anschluss an die Spitzenplätze zu verlieren. Fünf Tage nach der 25:26-Niederlage im Derby beim Erzrivalen SG Flensburg-Handewitt unterlagen die "Zebras" am Donnerstagabend beim weiter verlustpunktfreien SC Magdeburg mit 30:35 (16:18) und kassierten bereits die zweite Saisonniederlage. Die SG Flensburg-Handewitt gewann derweil auch ihre fünfte Begegnung. Der Titelverteidiger schlug die Eulen Ludwigshafen 35:23 (20:9).

Rückzugsverhalten wird Kiel zum Verhängnis

Dabei hinterließ der THW in der ausverkauften Bördelandhalle in der Anfangsphase einen vorzüglichen Eindruck. Der Rückraum um Spielgestalter Domagoj Duvnjak fand gegen die sehr bewegliche Magdeburger Deckung zunächst die richtigen Lösungen. Die ersten fünf Kieler Angriffe führten allesamt zu Toren. Nach acht Minuten lagen die Norddeutschen mit 5:3 in Front. Im Anschluss leisteten sich die Gäste aber einige Fehlwürfe und Ballverluste, die von den für ihre tollen Tempogegenstöße bekannten Magdeburger eiskalt bestraft wurden. Insbesondere Linksaußen Matthias Musche sorgte mit seinen Toren dafür, dass den Gastgebern die Wende gelang. Bis zur Pause schlugen fünf Treffer für den Blondschopf zu Buche.

Er hatte den SCM auch erstmals in Führung gebracht (8:7/13.). Kurz darauf nahm "Zebras"-Trainer Alfred Gislason seine erste Auszeit (16.). "Es ist alles gut. Es sind nur die Gegenstöße, die uns ein wenig zu schaffen machen", sagte der Isländer. Das Rückzugsverhalten blieb bis zur Pause aber das große Manko seines Teams, sodass nach 30 Minuten ein Zwei-Tore-Rückstand für die Schleswig-Holsteiner zu Buche schlug.

Rasche Entscheidung nach der Pause

SC Magdeburg - THW Kiel 35:30 (18:16)

Tore SC Magdeburg: Musche 9/2, Bezjak 8, Chrapkowski 4, Lagergren 4, Pettersson 3, M. Damgaard 2, Musa 2, O´Sullivan 2, Christiansen 1
THW Kiel: Ekberg 6/3, Bilyk 5, Pekeler 5, Weinhold 4, M. Landin 3, Nilsson 3, Duvnjak 2, Wiencek 1, Zarabec 1
Zuschauer: 6.600

Nach dem Seitenwechsel kassierte der THW in Unterzahl - Kreisläufer Hendrik Pekeler brummte eine Zeitstrafe ab - schnell zwei Gegentore zum 16:20. Nun waren Moral und vor allem auch handballerische Lösungen gefragt beim Rekordmeister. In puncto Einsatzbereitschaft war den Gästen auch kein Vorwurf zu machen. Es mangelte ihnen aber an Ideen, das eigene Spiel zu stabilisieren und gleichzeitig den Rhythmus des Kontrahenten zu stören. Während bei Kiel nahezu alles Stückwerk blieb, verzauberten die Ostdeutschen ihre begeisterten Fans weiter mit traumwandlerisch sicher vorgetragenen Gegenstößen. Nach 40 Minuten hatte der Champions-League-Sieger von 2002 seine Führung auf 25:18 ausgebaut und damit für die Vorentscheidung gesorgt.

Gislason, der bei jenem Triumph als Coach auf Magdeburgs Bank saß, blickte entgeistert drein und überließ die Ansprache an das Team bei seiner zweiten Auszeit im zweiten Abschnitt seinem Co-Trainer Filip Jicha. Aber auch der Tscheche, der im kommenden Sommer das Amt von Gislason übernehmen wird, fand nicht mehr die richtigen Worte, um noch einmal für einen Motivationsschub bei den "Zebras" zu sorgen.

SG feiert Kantersieg

Für Meister SG Flensburg-Handewitt war das Duell mit Ludwigshafen derweil eine bessere Trainingseinheit unter Wettkampfbedingungen. Das Team von Coach Maik Machulla beherrschte den Abstiegskandidaten von Beginn an nahezu nach Belieben. Bereits nach zehn Minuten war bei einer 8:2-Führung der Hausherren gegen einen überforderten Kontrahenten eine Vorentscheidung gefallen. Die deutliche Dominanz veranlasste die SG-Handballer nicht dazu, in den "Energiesparmodus" zu schalten. Ganz im Gegenteil: Flensburg agierte weiter hochkonzentriert und beseitigte in Person von Jim Gottfridsson, der zum 14:3 traf (19.), wohl auch bei den größten Skeptiktern unter den eigenen Fans letzte Zweifel, dass noch irgendetwas schiefgehen könnte an diesem Abend.

Auch in der zweiten Hälfte kam trotz einiger Wechsel kein Bruch ins SG-Spiel. Eine ernsthafte Generalprobe für den Champions-League-Auftakt am Sonntag (19 Uhr) beim französischen Vertreter HBC Nantes war das Duell mit Ludwigshafen allerdings nicht. Zu schwach präsentierten sich die Eulen in der "Hölle Nord".

Co-Trainer Bult verlängert bis 2020

SG Flensburg-Handewitt - Die Eulen Ludwigshafen 35:23 (20:9)

Tore: SG Flensburg-Handewitt: Jöndal 9/2, Jeppsson 7, Glandorf 4, Steinhauser 4, Golla 2, Gottfridsson 2, Röd 2, Svan 2, Baijens 1, Hald 1, Lauge Schmidt 1
Die Eulen Ludwigshafen: Feld 5, Hofmann 5, Dippe 3, Salger 3, Müller 2, Bührer 1/1, Dietrich 1, Falk 1, Hideg 1, Stüber 1
Zuschauer: 5.391

Vor der Partie hatte die SG die Vertragsverlängerung von Co-Trainer Mark Bult bekanntgegeben. Der ursprünglich noch bis zum Saisonende an die Norddeutschen gebundene Niederländer unterzeichnete ein bis 2020 datiertes Arbeitspapier. "In Mark und seine Arbeit habe ich sehr großes Vertrauen. Wir arbeiten sehr gut zusammen und ich kann mich immer auf ihn verlassen. Ich freue mich sehr, dass wir weiter kontinuierlich zusammen daran arbeiten können, unsere Ziele zu erreichen", sagte Machulla. "Ich freue mich riesig, weiter an der Seite von Maik arbeiten zu dürfen und die Mannschaft Tag für Tag weiterzuentwickeln", erklärte Bult.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 13.09.2018 | 22:40 Uhr

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