Kiels Patrick Wiencek (M.) versucht seinen Pariser Gegenspieler Dainis Kristopans zu stoppen. © picture alliance / dpa Foto: Frank Molter

THW Kiel mit Kraftakt: Knapper Sieg gegen Paris

Stand: 12.05.2021 22:20 Uhr

Der THW Kiel hat im Viertelfinal-Hinspiel der Handball-Champions-League gegen Paris Saint-Germain HB vorgelegt. Die Schleswig-Holsteiner setzten sich am Mittwochabend in eigener Halle nach einer Energieleistung mit 31:29 (14:15) durch.

von Johannes Freytag

Ob der knappe Vorsprung für den Einzug ins Final Four in Köln (12./13. Juni) reicht, wird sich im Rückspiel in einer Woche in Paris zeigen. Dann sollen in der französischen Hauptstadt sogar 800 Zuschauer in die Halle dürfen - um die Ausgangssperre zu umgehen, ist die Partie auf 18.45 Uhr vorverlegt worden. "Ich glaube, wir haben die Qualität, auch dort zu gewinnen", gab sich THW-Verteidiger Hendrik Pekeler im NDR Interview zuversichtlich.

Kiel mit vielen Fehlern im ersten Durchgang

Die Kieler, die erneut ohne den erkrankten Sander Sagosen auskommen mussten, taten sich zunächst schwer gegen die offensive PSG-Abwehrreihe. Nach zwei Ballverlusten und einer Zwei-Minuten-Strafe gegen Pekeler lagen die Gastgeber schnell mit drei Toren zurück (5./1:4). Die "Zebras" bissen sich anschließend in die Partie hinein - ein verdeckter Wurf von Miha Zarabec sorgte für den Ausgleich (8./4:4).

Es blieb aber ein hartes Stück Arbeit - und bei Kieler Fehlern. Pekeler kassierte nach zehn Minuten schon seine zweite Zeitstrafe, zudem hatte der THW kein Mittel gegen das Umschaltspiel der Gäste. Immer wieder fanden die Franzosen bei ihren Gegenstößen ein leeres Tor vor, weil Kiels Keeper Niklas Landin für einen weiteren Feldspieler rausgenommen worden war. So hatte Paris nach 20 Minuten einen Vier-Tore-Vorsprung herausgeworfen (12:8).

Aber wieder kamen die Schleswig-Holsteiner zurück. Letztlich war es den sieben Toren von Harald Reinkind zu verdanken, dass der THW nur mit einem Tor Rückstand (14:15) in die Pause ging.

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Mit schmerzverzerrtem Gesicht und gestützt auf zwei Teamkollegen verlässt der verletzte Patrick Wiencek (M.) vom THW Kiel das Feld. © dpa-Bildfunk Foto: Frank Molter/dpa

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Wiencek verletzt vom Feld

Der zweite Durchgang begann mit einem Schockmoment für die Hausherren. Patrick Wiencek knickte bei einer Abwehraktion um, mit schmerzverzerrtem Gesicht und gestützt von zwei Mitspielern humpelte der 32-Jährige vom Feld (32.) - befürchtet wird eine Bänderverletzung im rechten Knie. Zu allem Überfluss handelte sich Steffen Weinhold eine Zwei-Minuten-Strafe ein. Aber der THW überstand diese kritische Phase fast schadlos und konnte die Partie weiter offen halten (37./17:18).

Vor allem Domagoj Duvnjak trieb seine Mannschaft immer wieder an - natürlich war es auch der Kapitän, der erstmals in der zweiten Spielhälfte wieder für den Ausgleich sorgte (42./20:20). Kurz darauf erzielte Landin sogar die erste Kieler Führung: Zunächst parierte der THW-Keeper einen Wurf von Dylan Nahi, dann warf er den Ball gedankenschnell übers ganze Feld ins gegnerische Tor (47./23:22).

Fünf Minuten vor dem Ende sorgten Niklas Ekberg und Reinkind mit einem Doppelschlag für die Vorentscheidung der Partie (55./28:25). Weil zudem Nedim Remili eine Zeitstrafe kassierte, musste Paris die letzten zwei Minuten des Spiels in Unterzahl auskommen. Bitter aus Kieler Sicht, dass die Gäste mit der Schlusssirene dennoch auf 29:31 verkürzen konnten. "Das heute war eine richtige Schlacht", bilanzierte THW-Coach Filip Jicha.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 12.05.2021 | 23:03 Uhr

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