Stand: 04.04.2009 19:25 Uhr  | Archiv

THW-Beirat droht mit Rücktritt

Die ungeklärte Korruptionsaffäre beim Handball-Bundesligisten THW Kiel hat offenbar zu einem Streit innerhalb der Führungsgremien des Vereins geführt. Der aus Sponsoren bestehende Beirat des Clubs hat nach Informationen der "Kieler Nachrichten" die Gesellschafter der THW-GmbH gerügt und mit Rücktritt gedroht. Die acht Beiratsmitglieder kritisierten die unzureichende Informationspolitik des aus fünf Mitgliedern bestehenden Gesellschafter-Gremiums und forderten die Schaffung neuer Strukturen beim deutschen Rekordmeister. Wichtigste Änderung soll die Einsetzung eines kaufmännischen Leiters an der Seite von Geschäftsführer Uwe Schwenker sein. Offenbar will der Beirat wegen des gegenwärtigen Verdachts von "Unregelmäßigkeiten in der Buchführung" eine weitere Kontrollinstanz im Club schaffen.

Beirat: Gravierender Imageschaden

Der Beirat hat den Imageschaden, der durch die ungeklärten Vorwürfe bislang entstanden ist, als gravierend eingestuft. Sollten die Forderungen nicht berücksichtigt werden, will der Beirat geschlossen zurücktreten. Georg Wegner, Sprecher der fünf Gesellschafter, bestätigte die Forderungen des Beirates. "Die möglichen Strukturänderungen betreffen sämtliche Gremien. Man kann über alles sprechen und wird über alles sprechen müssen", so Wegner.

Beiratssprecher Ulrich Rüther bemühte sich unterdessen um eine Entspannung der Lage. "Es gibt keinen Zwist zwischen Beirat und Gesellschaftern", sagte er am Sonnabend. "Wir wollen die sportliche und wirtschaftliche Zukunft sichern und dementsprechend Strukturen schaffen." Beide Gremien, erklärte Rüther, würden die Veränderungsvorschläge in den nächsten Tagen diskutieren.

Ergebnisse bis Sonntag

Bis Sonntag sollen indes Ergebnisse vorliegen, die die THW-Rechtsanwälte aus der Sichtung der 1.000 Seiten starken Ermittlungsakten gewonnen haben. Die Unterlagen hatte die Staatsanwaltschaft dem THW am vergangenen Mittwoch zur Einsichtnahme zur Verfügung gestellt. Der THW Kiel steht in Verdacht, mindestens zehn Spiele in der Champions League durch Schiedsrichterbestechung manipuliert zu haben, darunter das gewonnene Finale 2007 gegen den Nordrivalen SG Flensburg-Handewitt. Seit drei Wochen ermittelt die Kieler Staatsanwaltschaft gegen Manager Schwenker wegen des Verdachts der Untreue und gegen den früheren THW-Trainer Zvonimir Serdarusic wegen Beihilfe. Die Beschuldigten bestreiten alle Vorwürfe.

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Sport aktuell | 04.04.2009 | 19:25 Uhr

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