Stand: 02.04.2009 16:40 Uhr  | Archiv

Schwenker äußert sich öffentlich - THW sichtet Ermittlungsakten

Nach wochenlangem Schweigen hat sich der Manager des THW Kiel, Uwe Schwenker, zu den Manipulationsvorwürfen gegen seinen Club geäußert. In einem Fernseh-Interview vor der Begegnung bei FA Göppingen zeigte sich der 50-Jährige am Mittwoch "irritiert" über die Anschuldigungen von HSV-Präsident Andreas Rudolph. Dieser hatte am Montag erklärt, Schwenker habe bei einem Urlaub auf seiner Finca auf Mallorca Schiedsrichter-Bestechung praktisch zugegeben. "Vor Kurzem hat er etwas anderes gesagt, auch vor einigen Zeugen", betonte Schwenker, gegen den wegen des Verdachts der Untreue ermittelt wird. Vielmehr ist von dem THW-Manager zu dem Thema nicht zu hören. "Meine Anwälte haben mir dringend geraten, momentan gar nichts zu dem laufenden Verfahren zu sagen. Aber zu gegebener Zeit wird noch einiges zu sagen sein", erklärte der 50-Jährige im Interview mit den "Kieler Nachrichten". Sorgen mache er sich um sich und den THW nicht: "Ich mache mir Gedanken, keine Sorgen." Auf die Frage, ob er ein reines Gewissen habe, antwortete Schwenker: "Wie ich schon sagte: Ich mache mir Gedanken, aber keine Sorgen."

"Sie umfassen circa 1.000 Blatt"

Derzeit wertet der Rekordmeister im Ermittlungsverfahren gegen Schwenker die von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmten Akten aus. "Sie umfassen circa 1.000 Blatt", teilten die Rechtsvertreter des THW am Donnerstag in einer Presseerklärung mit. "Über das Ergebnis und eventuell gebotene Konsequenzen werden anschließend die Gremien des THW Kiel beraten. Danach werden weitere Mitteilungen erfolgen und Auskünfte erteilt werden können", hieß es weiter. Auch der Verteidiger von Schwenker hat die Unterlagen zur Einsicht zur Verfügung gestellt bekommen. "Es bedeutet eine Zäsur im Verfahren, wenn wir den Vertretern des Geschädigten und den Verteidigern Akteneinsicht gewähren", erläuterte Oberstaatsanwalt Uwe Wick. Die Behörde hat demnach einen hinreichenden Tatverdacht und befindet sich inmitten des Ermittlungsverfahrens. Er wolle keine Prognose abgeben, wann mit dem Ende der Ermittlungen zu rechnen ist, sagte Wick.

Auch Ermittlungen gegen Ex-Coach Serdarusic

Der THW-Manager hat laut eigener Aussagen die Dokumente noch nicht gesehen und wollte sich zu dem Verfahren nicht äußern. "Es läuft ein Ermittlungsverfahren und wenn es etwas zu erzählen gibt, werde ich das gegenüber der Staatsanwaltschaft tun und nicht in den Medien", so Schwenker. Die Kieler Staatsanwaltschaft ermittelt nicht nur gegen Schwenker. Gegen Ex-Coach Noka Serdarusic wird wegen des Verdachts der Beihilfe zur Untreue ermittelt. Sowohl Schwenker als auch Serdarusic bestreiten die Vorwürfe.

Am Mittwochnachmittag hatte der Aufsichtsrat der Handball-Bundesliga (HBL) in Frankfurt am Main getagt. Ergebnisse der Sitzung wollte das Gremium allerdings nicht bekannt geben.

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 02.04.2009 | 17:25 Uhr

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