Enttäuschte Spieler des THW Kiel © IMAGO / Jan Huebner

Pokal-Aus und Pleite in Magdeburg: Bittere Woche für den THW Kiel

Stand: 09.06.2021 21:25 Uhr

Der THW Kiel war auf dem Weg zum Double aus Meisterschaft und Pokal. Doch nach zwei Niederlagen in Folge droht dem Handball-Rekordmeister eine Saison ohne Titel.

von Sebastian Ragoß

Der Wind dreht sich mitunter schnell an der Küste. Und wenn der Wind sich dreht, sind Turbulenzen nicht auszuschließen. Selbst der scheinbar krisenfesteste Handball-Rekordmeister THW Kiel kann dem nicht entkommen, auch wenn er nur metaphorisch mitten im Sturm steht.

Noch vor einer Woche waren die "Zebras" auf einem guten Weg zum Double. Es folgten ein Totaleinbruch im Pokal-Halbfinale gegen Lemgo und eine Bundesliga-Pleite (33:34) beim Angstgegner SC Magdeburg. "Diese Niederlage schmerzt wirklich sehr", sagte THW-Coach Filip Jicha nach der Partie in der Bördelandhalle im NDR Interview.

Sorgen um verletzten Rechtsaußen Ekberg

Die Tabellenführung ist verspielt, zudem könnte Rechtsaußen Niclas Ekberg mit einer Verletzung längere Zeit ausfallen - eine wahrlich schwarze Woche für die Kieler, die nun im Titelkampf auf Patzer des Landesrivalen SG Flensburg-Handewitt hoffen müssen.

"Wir müssen noch fünf Spiele absolvieren und jedes gewinnen. Allerdings wird es sehr schwer", sagte Kapitän Domagoj Duvnjak. Schlecht spielte der THW beim SCM nicht, warf sich in jeden Zweikampf gegen die physisch starken Gastgeber. Doch 34 Gegentore waren einfach zu viel an diesem Abend. Auch die Chancenverwertung war nicht meisterlich, wie Jicha bemängelte.

Flensburg mit dem leichteren Restprogramm

"Wenn wir die Meisterschaft holen wollen, müssen wir die Punkte halten. Ich bin unglaublich traurig", so der enttäuschte Superstar Sander Sagosen. Ob Rivale Flensburg noch einmal patzen wird? "Das hoffe ich", sagte der Norweger.

Wirklich überzeugt klang das nicht. Und ein Blick auf das Restprogramm der Flensburger zeigt, warum: Das Heimspiel gegen die Füchse Berlin ist auf dem Papier die schwierigste Aufgabe für die SG. Die übrigen vier Gegner sind alle in der unteren Tabellenhälfte platziert. Zudem reist Kiel am letzten Spieltag zu den Rhein-Neckar Löwen nach Mannheim. "Man muss davon ausgehen, dass sich Flensburg das nicht mehr nehmen lässt", sagte THW-Geschäftsführer Viktor Szilagyi: "Wenn sie ihren Vorsprung durchbringen, haben sie es verdient, den Titel zu holen."

Doch in dieser kräftezehrenden Saison ist nicht ausgeschlossen, dass auch die Flensburger noch einmal patzen. Oder, wie es Ex-Nationalspieler Stefan Kretzschmar ausdrückt: "Es ist noch nichts entschieden, wir können nicht davon ausgehen, dass Flensburg feiert und die Raketen in den Himmel feuert. Da gibt es noch ein paar Spiele zu absolvieren."

Ähnlich äußerte sich Szilagyi, der die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben hat: "Die Saison ist noch nicht zu Ende. Wenn Flensburg etwas liegen lässt, müssen wir da sein."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 09.06.2021 | 23:03 Uhr

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