Sander Sagosen vom THW Kiel beim Siebenmeter. © IMAGO / foto2press

Kiels Sagosen und Flensburgs Röd verlängern Verträge nicht

Stand: 29.10.2021 13:33 Uhr

Ausnahme-Handballer Sander Sagosen und der THW Kiel gehen spätestens ab Sommer 2023 getrennte Wege. Der Norweger kehrt offenbar ebenso in seine Heimat zu Kolstad Handball zurück wie Flensburgs Magnus Röd.

"Wir akzeptieren die Entscheidung natürlich, auch wenn die Zusammenarbeit mit Sander langfristig angelegt war und eigentlich auch alles gepasst hat: die Atmosphäre in und um unsere Mannschaft, unser Plan für die Zukunft und auch das Finanzielle. Aber letztlich gab es dieses eine Argument, bei dem wir nicht mithalten konnten", bedauerte THW-Geschäftsführer Viktor Szilagyi, dass Sagosen das Angebot auf eine vorzeitige Verlängerung des noch bis Juni 2023 laufenden Vertrages in Kiel abgelehnt hat.

Sagosens Vater Erlend im Kolstad-Trainerstab

Wann Sagosen, der sich aktuell nach einer Coronavirus-Infektion ebenso wie Steffen Weinhold in Quarantäne befindet, Kiel tatsächlich verlässt, ist noch unklar. Kolstad Handball, wo Sagosens Vater Erlend Mitglied des Trainerstabs ist, buhlt bereits seit Wochen um den 26-Jährigen. Finanzstarke Sponsoren wollen um den Norweger, der als Jugendlicher für den Club aus seiner Geburtststadt Trondheim spielte, so schnell wie möglich ein internationales Topteam aufbauen. Die "Zebras" wollen ihn allerdings nicht vorzeitig ziehen lassen.

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Offizielle Vorstellung am Sonntag?

Dem norwegischen TV-Sender TV2 zufolge wollen die Verantwortlichen des Kolstad-Projekts am Sonntag die Personalien offiziell machen. In Trondheim ist derzeit die norwegische Nationalmannschaft versammelt - und zahlreiche Spieler sollen nach Kolstad wechseln. So auch Kreisläufer Magnus Gullerud vom Bundesliga-Tabellenführer SC Magdeburg, der wohl schon im Sommer 2022 nach Norwegen geht.

Flensburg kann Röd ebenfalls nicht halten

Auch Kiels Ligarivale Flensburg verliert in Röd einen wichtigen Spieler. Wie Sagosen verlängert der 24-Jährige seinen bis 2023 laufenden Vertrag nicht. "Wir wollten ihn sehr gerne bei der SG halten und haben alles im Rahmen unserer Möglichkeiten versucht", erklärte Geschäftsführer Dierk Schmäschke. "Magnus ist ein Vollprofi und er wird auch in den bevorstehenden eineinhalb Jahren alles für unsere SG geben. Wir haben nun ausreichend Zeit, einen geeigneten Nachfolger für die vakante Position im rechten Rückraum zu finden."

HBL-Boss Bohmann bedauert Sagosen-Entscheidung

Die Bundesliga, die gern mit dem Slogan der "stärksten Liga der Welt" wirbt, verliert indes vor allem in Sagosen eins ihrer Zugpferde. "Schade, dass er die Liga verlässt", sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann und würdigte Sagosen als "absoluten Ausnahmespieler". Man werde seitens der Liga jetzt aber "keine Trauer tragen. So ist das Leben, da zählt der Wettbewerb". Die Entscheidung des Norwegers kann er allerdings nur bedingt nachvollziehen. "Damit er in der norwegischen Liga glücklich sein wird, braucht es noch zehn Jahre - wenn sie es gut machen", sagte er. Die Enttäuschung über die Entwicklung des Projekts sei aufgrund der nur bedingt wettbewerbsfähigen Liga "vorprogrammiert".

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 31.10.2021 | 22:50 Uhr

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