Flensburgs Manager Dierk Schmäschke © picture alliance / dpa Foto: Frank Molter

Handball-WM: Flensburgs Schmäschke für Verschiebung

Stand: 25.11.2020 13:47 Uhr

Im Zuge der vielen Corona-bedingten Spielausfälle im Handball plädiert Dierk Schmäschke, Geschäftsführer der SG Flensburg-Handewitt, für eine Verlegung der WM im Januar.

"Ich würde es für vernünftig halten, die WM und alle nachfolgenden Turniere um ein Jahr zu verschieben - ähnlich wie es mit den Olympischen Spielen 2020 passiert ist", sagte Schmäschke. Zum einen sei das eine "epidemiologisch sinnvolle Entscheidung", zum anderen "würden wir wertvolle Zeit gewinnen. Zeit für nachzuholende Spiele, aber auch Zeit zur Regeneration für Spieler, die über Monate im Drei-Tages-Rhythmus spielen".

"Entscheidung liegt allein bei der IHF"

Die Entscheidung darüber liege aber allein beim Weltverband IHF, erklärte Schmäschke, der zugleich zu bedenken gab, "dass es hierzu unterschiedliche Meinungen in den europäischen und internationalen Verbänden gibt".

Vergangene Woche hatten sich bereits zahlreiche Profis und Manager kritisch geäußert zu dem Mammut-Turnier mit 32 Teams in Ägypten, das vom 13. bis zum 30. Januar angesetzt ist. Schmäschke regte zudem an, den Turnier-Modus von Welt- und Europameisterschaften wieder wie früher auf vier Jahre festzulegen: "Das würde allen Beteiligten ein wenig Luft verschaffen und das schwierige Konstrukt etwas entzerren."

Flensburg: Neun Partien in 28 Tagen

Kaum ein Handball-Bundesligist ist momentan so hart von Spielausfällen betroffen wie Flensburg. Zwar hatte der Meister der Jahre 2018 und 2019 selbst noch keinen Coronafall, doch wegen eines positiven Tests beim Gegner musste das für Mittwochabend geplante Champions-League-Spiel beim belarussischen Vertreter HC Meschkow Brest verlegt werden - die vierte Absage binnen weniger Wochen. Sieben Ligaspiele und zwei Partien in der Königsklasse stehen in 28 Tagen ab Sonntag für die Schleswig-Holsteiner auf dem Programm - Partien kurz vor und unmittelbar nach Weihnachten inklusive. Nachholspiele sind da noch gar nicht berücksichtigt.

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"Wir werden sicherlich nicht alle Spiele noch in diesem Kalenderjahr unterbringen können", sagte Schmäschke. Für die Durchführung von Liga und Europapokal brauche es in den kommenden Wochen und Monaten "den Mut aller Beteiligten und ein extrem hohes Maß an Flexibilität. Wir sollten da zum Beispiel auch über Doppelspieltage am Sonnabend und Sonntag nachdenken, wie wir sie von Final-Four-Veranstaltungen kennen."

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 25.11.2020 | 14:25 Uhr

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