Stand: 12.12.2019 20:57 Uhr  - NDR Info

THW Kiel verliert Topspiel, Flensburg wieder vorne

von Ingmar Deneke, NDR.de
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Keine Punkte in Berlin für Hendrik Pekeler (M.) und seine Kieler.

Der THW Kiel hat in der Handball-Bundesliga einen herben Dämpfer hinnehmen müssen. Im Topspiel bei den Füchsen Berlin unterlag der bisherige Spitzenreiter am Donnerstagabend nach einer zwischenzeitlichen Fünf-Tore-Führung mit 28:29 (17:12). Es war die erste Niederlage nach zuvor vier Siegen in Folge, der THW hat nun 24:6 Punkte auf dem Konto. Die norddeutschen Verfolger dagegen gewannen: Die SG Flensburg-Handewitt besiegte HBW Balingen-Weilstetten souverän mit 32:25 (18:13) und zog in der Tabelle vorerst an dem Nordrivalen vorbei, hat allerdings zwei Partien mehr ausgetragen (26:8). Die TSV Hannover-Burgdorf kletterte auf Platz drei (24:8), kam zu einem hart erkämpften 26:24 (10:11)-Erfolg bei den Eulen Ludwigshafen.

Fährlässig: THW Kiel verspielt Führung

Der Spitzenreiter aus Kiel zeigte im Topspiel bei den heimstarken, aber verletzungsgeschwächten Füchsen Berlin zunächst eine solide Leistung.

Füchse Berlin - THW Kiel 29:28 (12:17)

Tore für Berlin: Holm (8/1), Lindberg (7/4), Drux (5), Struck (3), Koch (2), Mandalinic (1), Matthes (1), Kopljar (1), Wiede (1)
Tore für Kiel: Duvnjak (7), Ekberg (6/3), Zarabec (5), Reinkind (4), Pekeler (2), Weinhold (2), Wiencek (2)
Zuschauer: 9.000

Die erste Hälfte war über weite Strecken ausgeglichen, doch in der Schlussphase zogen die "Zebras" unwiderstehlich auf 17:12 davon. Im zweiten Durchgang konnten die Kieler nicht daran anschließen - im Gegenteil. Der Vorsprung schmolz und schmolz, Berlin glich aus (23:23, 48.) - und dann musste Kiel die Füchse sogar vorbeiziehen lassen (25:27, 54.). Der THW machte zu viele Fehler und verpasste mit dem letzten Angriff den Ausgleich. Einer der Matchwinner bei den Füchsen war Torwart Martin Ziemer (früher Hannover), der als Keeper Nummer drei bisher kaum Einsatzzeiten in dieser Saison hatte. "Das ist eine Niederlage der Kategorie 'unnötig'. Wir müssen das ganz genau analysieren, auch wenn wenig Zeit bis zum nächsten Spiel bleibt", ärgerte sich Kiels Geschäftsführer Viktor Szilagyi im Hörfunk-Interview.

Souverän: Flensburg dreht rechtzeitig auf

Die Flensburger erfüllten gegen Balingen-Weilstetten ihre Pflichtaufgabe unter dem Strich souverän.

SG Flensburg-Handewitt - Balingen-Weilstetten 32:25 (18:13)

Tore für Flensburg: Gottfridsson (6/4), Svan (5), Jondal (5), Golla (4), Röd (4), Glandorf (3), Jeppsson (2), Sogard (2), Zachariassen (1)
Tore für Balingen: Thomann (7/3), Gretarsson (3), Strobel (3), Zobel (3), Niemeyer (3), Lipovina (2), Talevski (2), Saueressig (1), Kirveliavicius (1)
Zuschauer: 5.821

Am Anfang tat sich der Titelverteidiger schwer, lag mit 2:5 zurück und ging erst in der 18. Minute in Führung (9:8). Doch bis zur Pause baute die SG den Vorsprung auf fünf Treffer aus (18:13). Die Flensburger nahmen den Schwung mit, zeigten eine mannschaftlich geschlossene Leistung und hatten vor eigenem Publikum überhaupt keine Probleme, sich die zwei Punkte zu sichern. "Wir haben heute ein gutes Spiel gemacht. Mit dem Publikum im Rücken macht es einfach Spaß - und wir werden am Ende auch oben mitspielen. Das ist ganz klar," sagte Kreisläufer Johannes Golla der NDR 1 Welle Nord mit Blick auf die zurückeroberte Tabellenführung.

Kampfstark: "Recken" setzen sich knapp durch

Zum zweiten Mal innerhalb von acht Tagen war Hannover-Burgdorf zu Gast im Südwesten Deutschlands.

Die Eulen Ludwigshafen - TSV Hannover-Burgdorf 30:31 (14:17)

Tore Ludwigshafen: Müller (6), Neuhaus (5/2), Dippe (4), Remmlinger (4), Stüber (2), Falk (1), Hofmann (1), Bührer (1)
Tore Hannover-Burgdorf: Kastening (9/2), Patrail (5), Cehte (3), Böhm (3), Brozovic (3), Olsen (2/1), Ugalde (1)
Zuschauer: 2.063

Nachdem die Pokal-Reise zu den Rhein-Neckar Löwen von Erfolg gekrönt war, wollten die "Recken" in der Liga in Ludwigshafen punkten. Der Favorit hatte beim Tabellenvorletzten allerdings große Schwierigkeiten, fand erst am Ende des ersten Durchgangs ins Spiel. Das Team von Trainer Carlos Ortega machte in dieser Phase aus einem 6:11 ein 10:11. Die Partie blieb spannend, keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzen. In der Schlussphase zeigten die "Recken" dann große Moral und feierten einen hart erkämpften, aber verdienten Auswärtserfolg. "Das Spiel war der absolute Wahnsinn und die Stimmung hier ist unglaublich gut. Wir sind froh, dass wir ein Tor mehr geworfen haben und die Punkte mitnehmen konnten“, freute sich Nationalspieler Timo Kastening.

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NDR Info | 13.12.2019 | 14:00 Uhr