Stand: 22.02.2020 19:04 Uhr

Handball: THW Kiel verliert in Weißrussland

von Florian Neuhauss, NDR.de
Die Handballer Rune Dahmke (r.) und Domagoj Duvnjak vom THW Kiel © imago images/Claus Bergmann
Der THW Kiel konnte sich die Niederlage in Brest erlauben.

Der THW Kiel hat in der Gruppe B der Handball-Champions-League seine zweite Niederlage kassiert. Beim HC Brest in Weißrussland verlor der deutsche Rekordmeister am Samstagabend mit 30:33 (13:16). Die Mannschaft von Trainer Filip Jicha, die 45 Stunden zuvor noch in der Liga im Einsatz gewesen war, konnte es verschmerzen. Für die "Zebras" war die Partie sportlich ohne Bedeutung, weil sie das Viertelfinal-Ticket längst in der Tasche hatten. So ging es eigentlich nur darum, sich anständig zu verkaufen und ohne Verletzung zurück nach Kiel zu kommen. Den Wettbewerb konnten die Schleswig-Holsteiner nicht mehr verzerren, weil der FC Porto zuvor mit dem Sieg gegen Vardar Skopje das Vorrunden-Aus der Brester besiegelt hatte.

Kiel findet nicht die richtige Einstellung

Trotzdem war den Weißrussen von Beginn an anzumerken, dass sie vor eigenem Publikum noch einmal alles in die Waagschale werfen wollten. Die Gastgeber suchten bei den meisten ihrer Angriffe den schnellen Abschluss, auch mit ihren Tempogegenstößen waren sie oft erfolgreich.

HC Brest - THW Kiel 33:30 (16:13)

Tore für Brest: Vailupau 11/2, Panic 6, Yurynok 5, Malus 4, Kankaras 3, Shkurinskiy 3, Selvasiuk 1
Tore für Kiel: Nilsson 8, Ekberg 4/2, M. Landin 4, Reinkind 4, Weinhold 4, Duvnjak 2, Dahmke 1, Pekeler 1, Rahmel 1, Wiencek 1
Zuschauer: 3.300

Mikita Vailupau traf nach Belieben - bei neun Versuchen erzielte der 24-Jährige in der ersten Hälfte neun Tore. Außerdem glänzte auch Torhüter Ivan Matskevich mit vielen starken Paraden.

Beim THW blitzte immer wieder die individuelle Klasse auf. So zum Beispiel in der elften Minute, als der sprung- und wurfgewaltige Lukas Nilsson in seiner unnachahmlichen Art zum 6:5 für die in Unterzahl spielenden Kieler traf. Jicha wechselte wie angekündigt einige Male durch, dem Auftritt seines Teams war das nicht zuträglich. Beim Stand von 7:9 nahm der Coach die erste Auszeit (16.). Wenig später glich Nilsson mit seinem vierten Tor zum 9:9 aus. Doch in der Schlussphase der ersten Hälfte schlug Motivation Qualität, sodass die Weißrussen zur Pause mit drei Treffern Vorsprung führten.

THW dreht das Spiel, Brest will Sieg mehr

Wechsel hin oder her, mit einer Niederlage wollte Jicha die Heimreise aber anscheinend nicht antreten. Zu Beginn des zweiten Abschnitts setzte er konsequent auf seine stärksten Spieler, und das spiegelte sich schnell im Ergebnis wider. Domagoj Duvnjak gelang das 16:16 (35.), keine Minute später stellte Niclas Ekberg schon auf 18:16. Harald Reinkind vollendete zudem einen Kempa-Trick zum 19:17 (38.). Brest war überrumpelt, aber wehrte sich nach Kräften. Die Osteuropäer glichen wieder aus und blieben dran. Andrei Yurynok brachte die Hausherren wieder in Führung (23:22/44.). Jicha nahm die nächste Auszeit. Doch Brest verlor dadurch nicht den Schwung: Yurynok erhöhte kurz darauf auf 25:22 (47.). Der Widerstand des THW war nun gebrochen, noch einmal setzten die "Zebras" nicht zum Kraftakt an. Der Rückstand wuchs zwischenzeitlich auf sechs Treffer. Am Ende stand ein verdienter Sieg der Gastgeber.

Weitere Informationen
Der Handball-Champions-League-Pokal © picture-alliance / Sven Simon

Ergebnisse Handball-Champions-League, Gruppe B

Spielansetzungen und Ergebnisse der Gruppe B in der Handball-Champions-League. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 22.02.2020 | 23:03 Uhr

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