Stand: 09.04.2009 14:11 Uhr  | Archiv

Flensburg untermauert mögliche Regressansprüche

Die SG Flensburg-Handewitt hat nach der Ankündigung eines Disziplinarverfahrens gegen den THW Kiel durch den Europäischen Handball-Verband (EHF) mögliche Regressansprüche untermauert. Die Flensburger hatten am 29. April 2007 das Final-Rückspiel in der Champions League gegen die Kieler verloren. Dem THW wird vorgeworfen, in diesem und weiteren Champions-League-Spielen die Schiedsrichter bestochen zu haben. "Da wären 160.000 Euro Siegprämie von der EHF", sagte SG-Manager Fynn Holpert den "Lübecker Nachrichten" mit Blick auf entgangene Gelder: "Außerdem haben wir Zielvereinbarungen mit Sponsoren."

THW droht internationale Sperre

Die Kieler bejubeln den Champions-League-Titel © ap

Die EHF hatte am Donnerstag ihren Plan, bis zum 29. April ein Disziplinarverfahren gegen den THW Kiel einleiten zu wollen bestätigt. Nach Einsicht der Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft Kiel, die gegen den langjährigen THW-Manager Uwe Schwenker wegen des Verdachts der Untreue ermittelt, solle dies nach Ostern offiziell geschehen. Um ihre Rechte gegenüber den Behörden wahrnehmen zu können, hat die EHF einen Anwalt in Deutschland eingeschaltet. Die Verfolgung und Vollstreckung von Vergehen verjährt nach Paragraf 19, Absatz 1 des EHF-Rechtspflegereglements nach zwei Jahren. Als Konsequenz aus einem Verfahren könnte Kiel eine Sperre für internationale Wettbewerbe wegen grober Unsportlichkeit drohen. In einer bereits im März durchgeführten Spielanalyse des Finals von 2007 hatte die EHF keine Anhaltspunkte für eine mögliche Bestechung gefunden. Beim deutschen Meister nahm man die EHF-Ankündigungen gelassen zur Kenntnis. THW-Gesellschafter-Sprecher Georg Wegner sprach von einem "normalen Vorgang".

Gislason verteidigt Schwenker

Derweil sprang Kiels Trainer Alfred Gislason Schwenker öffentlich zur Seite. "Er hat mehr für den THW getan als jeder andere. Es würde uns hart treffen, ihn zu verlieren", sagte Gislason den "Kieler Nachrichten". Der Isländer glaubt an die Unschuld des Managers und hofft, dass es "ein weiteres Gemeinsam" gibt. Die dubiosen Banküberweisungen und ungeklärten Bargeldabbuchungen in Höhe von 152.000 Euro erklärt der Nachfolger des im vergangenen Jahr entlassenen Trainers Zvonimir Serdarusic so: "Wenn ein junges Talent aus dem Ausland geholt werden soll, auch wenn es erst 2014 kommen soll, dann werden Handgelder bezahlt. Nur so versichert man sich, dass das Talent nicht woanders unterschreibt. Das hat beispielsweise Barcelona damals mit Nagy auch so gemacht."

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 09.04.2009 | 14:25 Uhr

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