Stand: 04.03.2020 20:34 Uhr

SG und THW halten sich im Titelkampf schadlos

Hendrik Pekeler (r.) vom THW Kiel im Bundesliga-Spiel bei GWD Minden in Aktion © imago images / Eibner
Hendrik Pekeler (r.) bleibt mit dem THW Kiel nach dem Sieg in Minden auf Titelkurs.

Handball-Meister Flensburg-Handewitt und Tabellenführer Kiel haben sich am 26. Bundesliga-Spieltag im Titelkampf keine Blöße gegeben. Die SG schlug die MT Melsungen vor heimischer Kulisse nach anfänglichen Schwierigkeiten mit 30:23 (14:12), der THW siegte bei GWD Minden 29:26 (16:17), hatte dabei allerdings mehr Mühe als zuvor zu erwarten war. Der Rekordchampion führt das Klassement damit weiter mit zwei Zählern Vorsprung vor den Flensburgern an. Zudem haben die "Zebras" noch eine Partie weniger ausgetragen.

SG findet schwer ins Spiel

Flensburg stand in seinem Duell mit Melsungen in der Anfangsphase vor der anspruchsvollen Herausforderung, Lösungen gegen die sehr offensive 3-3-Deckung der Hessen zu finden. Es gelang zunächst nicht. Die ersten vier SG-Angriffe führten zu keinem Torerfolg, während die Gäste um ihren wurfgewaltigen Rückraum-Star Julius Kühn vorne konsequent abschlossen. Der EHF-Cup-Teilnehmer führte mit 3:0 (3.) und 4:1 (4.), bevor die Norddeutschen in der Offensive zu ihrem Rhythmus fanden. Zunächst gelang Rechtsaußen Marius Steinhauser in der zwölften Minute per Siebenmeter der 5:5-Ausgleich, kurz darauf brachte der ehemalige MT-Profi Johannes Golla die Hausherren nach tollem Pass von Holger Glandorf erstmals in Front (7:6/16.).

Machullas Maßnahmen fruchten

SG Flensburg-Handewitt - MT Melsungen 30:23 (14:12)

Tore SG Flensburg-Handewitt: Steinhauser 8/3, Glandorf 5, Golla 5, Gottfridsson 4, Johannessen 4, Wanne 2, Jeppsson 1, Zachariassen 1
MT Melsungen: Kühn 7, Allendorf 4/2, Maric 4, K. Häfner 2, Pavlovic 2, Sidorowicz 2, Kunkel 1, F. Lemke 1
Zuschauer: 6.004

Zu diesem Zeitpunkt hatte Coach Maik Machulla bereits von einer 6:0- auf eine 5:1-Deckung umgestellt. Eine Maßnahme, die so gar nicht nach dem Geschmack der Gäste war. Sie mussten viel mehr Aufwand für ihre Tore betreiben als noch zu Beginn der Partie. Auch der Torwart-Wechsel von Torbjørn Bergerud zu Benjamin Burić Mitte des ersten Abschnitts erwies sich als gute Entscheidung von Machulla. Zur Halbzeit lag seine Team verdient mit zwei Treffern in Führung.

Schnelle Entscheidung nach der Pause

Nach der Pause agierte die SG von Beginn an konzentriert und lag nach Steinhausers sechstem Treffer rasch mit fünf Toren vorn (21:16/40.)

Melsungens neuer Coach Gudmundur Gudmundsson (löste Heiko Grimm ab) nahm sofort eine Auszeit und forderte von seinem Team besseres Deckungsverhalten ein. Aber die Hessen konnten nicht mehr an ihre ausgezeichnete Abwehrarbeit zu Beginn des Spiels anknüpfen. Und auch im Angriff agierten sie zu häufig zu ideenlos. Sehr zur Freude von Burić, der die Würfe aus schlechten Winkeln entschärfen konnte. Nach 47 Minuten war beim Stand von 25:18 bereits die Entscheidung gefallen. Denn in der Schlussphase hatten die Hessen nichts mehr zuzusetzen.

 

THW tut sich schwer

TSV GWD Minden - THW Kiel 26:29 (17:16)

Tore GWD Minden: Rambo 7, Ritterbach 7, Gullerud 5, Staar 4, Michalczik 2, Knorr 1
THW Kiel: Ekberg 7/7, Dahmke 5, Zarabec 5, Duvnjak 3, Weinhold 3, Bilyk 2, Reinkind 2, Wiencek 2
Zuschauer: 2.657

Auch der THW war vom Anwurf weg mächtig gefordert. Minden spielte frech und selbstbewusst in der Kreissporthalle Lübbeke auf - dort tragen die Westfalen derzeit ihre Heimspiele aus (bisher zwei Partien/zwei Siege). In der ersten Hälfte lief Kiel lange einem Rückstand her - in der 18. Minute gelang Domagoj Duvnjak der 9:9-Ausgleich. Teamkollege Hendrik Pekeler saß da bereits nach einer Roten Karte auf der Tribüne. Der Kreisläufer sah, wie seine Mannschaft den starken Gastgebern zur Halbzeit knapp mit 16:17 den Vortritt lassen musste - zum ersten Mal in diesem Jahr gaben die Kieler eine erste Hälfte ab. Der Rückstand hätte durchaus höher ausfallen können, doch Duvnjak und Rune Dahmke schafften mit zwei Toren in der Schlussminute noch den Anschluss.

Favorit Kiel zieht davon

Auch nach Pause arbeitete sich der Bundesliga-Spitzenreiter zunächst an der stabilen GWD-Defensive ab.

Dann aber nutzte der THW eine Zeitstrafe gegen Minden und übernahm in der 39. Minute erstmals die Führung (19:18), der sichere Siebenmeter-Spezialist Niclas Ekberg erhöhte kurz darauf auf 20:18. Es war der Wendepunkt der Partie. Der Favorit baute seinen Vorsprung Stück für Stück aus, während den GWD-Akteuren zusehends Kraft und Konzentration schwanden. Am Ende feierten die Kieler, die ihren breiten Kader clever ausnutzten, einen verdienten Erfolg und belohnten sich für ihre Geduld und Hartnäckigkeit.

Weitere Informationen
Handball im Tornetz © picture-alliance / Sven Simon Foto: FrankHoermann/Sven Simon

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 04.03.2020 | 22:40 Uhr

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