SG-Coach Maik Machulla während einer Auszeit. © dpa/picture alliance Foto: Frank Molter

Flensburg-Handewitt: Wundenlecken nach der Pleite beim THW Kiel

Stand: 20.09.2021 15:24 Uhr

Es war eine Klatsche, die den Verlierer schmerzte. Mit zehn Toren Unterschied war Handball-Bundesligist Flensburg-Handewitt beim THW Kiel untergegangen. SG-Trainer Maik Machulla forderte von seinem Team mehr Gegenwehr.

Natürlich ist es ein ganz früher Zeitpunkt der Saison, aber bei der SG hatten sie sich das deutlich anders vorgestellt. 3:3 Punkte nach drei Spieltagen, Platz sieben in der Tabelle. Und was noch viel schwerer wiegt: Bereits drei Zähler hinter dem großen Titelkonkurrenten THW Kiel in einem Wettbewerb, in dem der deutsche Handball-Meister allzu oft nur sehr wenige Minuspunkte aufweist.

Machulla war dementsprechend bedient nach der Pleite im Derby, die mit einem 23:33 wie eine schallende Ohrfeige ausgefallen war. Es war nicht die Niederlage an sich, denn in Kiel zu verlieren ist bekanntlich keine Schande. Es war die Art und Weise des Zustandekommens, die ihm sichtlich zusetzte.

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Flensburger Deckung fehlt die Aggressivität

Denn seine Mannschaft, in der vier Rückraumspieler aufgrund von Verletzungen fehlten, konnte lediglich bis zum 7:7 mithalten. Dann zogen die Kieler erstmals davon, und das mit einiger Leichtigkeit. Mehrmals warfen sie über den alles andere als entschlossenen verteidigenden Mittelblock der Gäste hinweg ins Tor ein. "Da habe ich bei der Bereitschaft in der Abwehr, also was Aggressivität anbelangt, gerade in der ersten Hälfte zu wenig gesehen. Ich erwarte da ein bisschen mehr Gegenwehr", sagte Machulla dem NDR.

Zuvor schon gegen Erlangen einen Punkt verspielt

Es sei zwar nicht angemessen, "jetzt auf die Jungs draufzuhauen, weil sie in den vergangenen Jahren so enorm viel geleistet haben, aber wir müssen uns bewusst sein, dass wir mehr investieren müssen", betonte Machulla. Diese Worte dürften nicht nur auf den Auftritt in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt gemünzt gewesen sein, sondern auch auf das Bundesliga-Heimspiel zuvor gegen den HC Erlangen, in dem ein Punkt verspielt worden war.

Die SG trat gegen die Franken so auf, als handele sie nach dem sprichwörtlichen Prinzip, dass ein gutes Pferd nur so hoch springe, wie es müsse. Das ging gründlich daneben. Es war der erste Minuspunkt. Zwei weitere kamen nun hinzu. Mit 4:2 Zählern wäre selbst die Derby-Klatsche sehr viel leichter zu ertragen gewesen.

"Wir haben hohe Ziele, die sind aber weg im Moment" SG-Trainer Maik Machulla

"Wir müssen uns erst einmal an den kleinen Zielen orientieren, die wir erreichen können", sagte der SG-Coach. "Wir müssen zusammenstehen, dann kommen wir da auch durch. Aber es ist ein langer Weg."

Verkürzt werden könnte er durch Nachverpflichtungen von Spielern. Geschäftsführer Dierk Schmäschke erklärte im Gespräch mit dem NDR, dass "wir uns natürlich umschauen". Ein Transfer müsse aber auch Sinn ergeben. Hoffnung mache ihm, dass Franz Semper nach seinem Kreuzbandriss bald ins Team zurückkehrt. "Das wäre dann eine kleine Entlastung", so Schmäschke. Magnus Röd ist mit einem Anriss der Patellasehne auch nicht für Monate außer Gefecht gesetzt. Ungewiss ist die Lage aber bei Göran Sögard Johannessen, Lasse Möller fällt die gesamte Saison aus.

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 19.09.2021 | 13:30 Uhr

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