Hendrik Pekeler, Niklas Landin und Patrick Wiencek (v.l.) vom THW Kiel © imago images/Norbert Schmidt

Corona: EHF wertet abgesagte Spiele gegen Flensburg und THW Kiel

Stand: 26.02.2021 20:10 Uhr

Der europäische Handball-Verband EHF hat drei Champions-League-Spiele gegen die deutschen Teilnehmer SG Flensburg-Handewitt und THW Kiel gewertet. Beide Clubs konnten wegen der Quarantäne-Bestimmungen nicht antreten.

Am 26. Februar war eine Frist der EHF zur Austragung der Partien abgelaufen. Diese wurden nun nach dem "Verursacherprinzip" gewertet. Betroffen sind die Flensburger Begegnungen beim FC Porto und gegen HC Vardar Skopje sowie Kiels Duell bei HC Motor Saporoschje - die deutschen Bundesligisten verloren jeweils mit 0:2 Punkten und 0:10 Toren.

"Ich bin unglaublich sauer und enttäuscht, dass wir - die teilnehmenden Vereine der Champions League und der Euro League - ohne interne Vorabinformation über eine Pressemitteilung über die Wertung der ausgefallenen Spiele in der Gruppenphase der EHF Champions League und der Euro League informiert wurden", sagte SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke. "Zuvor haben sich alle betroffenen Vereine mit Unterstützung des Forum Club Handball auf eine andere Wertungsalternative einheitlich abgestimmt." Die Punkte sollten geteilt werden, die EHF entschied anders, nämlich analog zum Wettbewerb bei den Frauen. Eine Begründung seitens des Verbandes habe es nicht gegeben.

Verband mit eigener Defintion von "Verursachung"

Während die Kieler wegen eines Corona-Falls im eigenen Team nicht hatten antreten können, beschränkt sich die Verantwortung der Flensburger als "Verursacher" darauf, dass Portugal ob der verbreiteten Virusmutanten hierzulande als Risikogebiet eingestuft wird. Skopje hätte nach dem Spiel in Porto zuvor bei der Einreise nach Deutschland für 14 Tage in Quarantäne gemusst. Genauso wäre es nach dem Trip den Flensburgern selbst ergangen.

Alle Teams qualifizieren sich für K.o.-Runde

Nach einer Modus-Änderung qualifizieren sich zwar alle 16 Teams der beiden Champions-League-Gruppen für die K.o.-Runde. Doch je besser die Clubs nach der Gruppenphase positioniert sind, desto leichter dürften die folgenden Duelle im Modus über Kreuz werden: Die beiden Ersten spielen gegen die Letzten, die Zweiten gegen die Vorletzten und so weiter.

Frust in Flensburg - Kiel blickt schnell nach vorn

Flensburg war nicht zuletzt nach dem jüngsten Sieg gegen Paris auf bestem Wege, die Gruppe A für sich zu entscheiden. "Die Frage nach der sportlichen Fairness kann man sich sicherlich hier stellen. Wir haben die beste Vorrunde der Vereinsgeschichte gespielt. Wir haben drei Spiele weniger als der Tabellenerste Kielce bestritten und stehen nur zwei Punkte dahinter auf Tabellenplatz zwei - das ist unglaublich bitter", ärgerte sich Trainer Maik Machulla.

Titelverteidiger Kiel fiel derweil in Gruppe B auf Rang fünf zurück. "Wir haben das befürchtet, letztlich war es aber weder uns noch Saporoschje möglich, das Spiel innerhalb der gesetzten Frist noch auszutragen", sagte THW-Geschäftsführer Viktor Szilagyi. "Wichtig ist, dass wir nach dem bravourös erkämpften Unentschieden in Nantes noch die Chance haben, den dritten Platz aus eigener Kraft zu erreichen."

Gleiches Prozedere in der Europa League

Wie der SG und dem THW ergeht es in der European League auch den Füchsen Berlin und den Rhein-Neckar Löwen. Hier wurden die ausgefallenen Spiele der Füchse bei Sporting Lissabon und Tatran Presov sowie die Partie der Löwen bei HC Pelister Bitola am grünen Tisch gegen die Deutschen gewertet.

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 26.02.2021 | 23:03 Uhr

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