Stand: 15.10.2016 21:42 Uhr

Mannehs Tor-Debüt lässt Werder jubeln

von Matthias Heidrich, NDR.de

"Ich will einer der besten Stürmer der Welt werden." Das hat Ousman Manneh gesagt, nachdem er bei Werder Bremen den Sprung in die Fußball-Bundesliga geschafft hatte. Im Alter von 17 Jahren war er aus Gambia nach Deutschland geflohen. Zwei Jahre später ist er Stammspieler bei den Hanseaten und hat auf dem Weg zu seinem großen Traum den nächsten Schritt getan. Im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen, seinem vierten Bundesligaspiel, erzielte der 19-Jährige sein erstes Tor in der Beletage des deutschen Fußballs. Nicht irgendeines, sondern den Siegtreffer zum 2:1 (1:1)-Erfolg der Bremer gegen den Champions-League-Teilnehmer. "Einer meiner größten Träume ist heute wahr geworden", sagte der Matchwinner im NDR Interview.

Junuzovic trifft für Werder, Calhanoglu für Leverkusen

Bremen ging mit einem klaren Konzept in die Partie: kompakt in der Defensive und offensiv schnell über die Außen. Die Vorgabe von Trainer Alexander Nouri setzte die Werder-Elf sehr gut um und wurde belohnt. Izet Hajrovic ließ in der 13. Minute  auf der rechten Seite zwei Leverkusener alt aussehen und legte auf Manneh quer. Der junge Werder-Stürmer scheiterte allerdings an Bayer-Keeper Bernd Leno. Doch im Nachschuss traf Zlatko Junuzovic zum verdienten 1:0 für die Hanseaten. Leverkusen brauchte einen Moment, kam dann aber zurück. Hakan Calhanoglu besorgte den Ausgleich per Kopf. Bremens Hintermannschaft hatte in dieser Szene gar nicht gut ausgesehen. Ein emotionaler Moment für den Ex-HSV-Profi, der wegen eines Todesfalls in der Familie von Bayer freigestellt wurde, sich aber dafür entschied aufzulaufen. Das Gegentor verunsicherte die Bremer, die gegen verbesserte Leverkusener ein ums andere Mal defensiv ins Schwimmen kamen. Zudem musste Serge Gnabry, der Aktivposten im Werder-Angriff, kurz vor der Pause mit einer Wirbelprellung vom Feld (45.). Ein herber Rückschlag für die Hanseaten, für die nun Fin Bartels stürmte.

Manneh kreiert einen besonderen Moment

Bayer bestimmte nach Wiederanpfiff die Partie, das Tor machten aber die Bremer - mit ein bisschen Glück und viel Willen. Glück, weil in der 59. Minute ein abgeblockter Junuzovic-Schuss genau vor den Füßen von Manneh landete. Willen, weil der 19-Jährige den Ball aus 14 Metern quasi ins Tor grätschte. Das erste Bundesligator für den Gambier, der erst vor zwei Jahren aus seinem Heimatland geflohen war. Der kollektive Jubel der Bremer mit Manneh mittendrin machte deutlich, dass dies ein besonderer Moment war. Im Vergleich zur ersten Hälfte blieb die Leverkusener Reaktion aus. Zwar drückten die Gäste auf den erneuten Ausgleich. Doch Bremens Abwehr hielt dem Ansturm stand. Eine Minute vor dem Ende hätte Manneh beinahe noch seinen zweiten Treffer erzielt, doch Leno klärte in letzter Sekunde. Ein märchenhafter Abend war es für den Gambier aber auch mit einem Tor, dem ersten in der Bundesliga.

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 16.10.2016 | 22:50 Uhr

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