Stand: 20.04.2019 22:07 Uhr

HSV lässt auch gegen Aue Punkte liegen

von Florian Neuhauss, NDR.de
Bild mit Symbolcharakter: Hamburgs Orel Mangala am Boden.

Die Luft im Aufstiegskampf wird für den Hamburger SV immer dünner. Die Mannschaft von Trainer Hannes Wolf kam am Sonnabend vor 52.354 Zuschauern im eigenen Stadion gegen Erzgebirge Aue nicht über ein 1:1 (0:1) hinaus - und wartet damit bereits seit fünf Zweitliga-Partien auf einen Sieg. "Wir sind natürlich nicht zufrieden mit dem einen Punkt, der sich jetzt nach dem Spiel nicht gut anfühlt", sagte Wolf. Torschütze Manuel Wintzheimer sagte bei NDR 90,3: "Das war bitter." Die Norddeutschen sind zwar weiter Tabellenzweiter, weil auch Union Berlin in Fürth nur einen Punkt holte. Doch mit dem neuen Dritten SC Paderborn, der in Kiel siegte, ist ein weiterer Club in bedrohlicher Nähe. Der HSV muss am kommenden Sonntag in Berlin ran, am vorletzten Spieltag steht das Auswärtsspiel in Paderborn auf dem Programm.

"Ich möchte ein wenig diplomatisch sein. Der HSV hat mich nicht so begeistert. Es fehlt so vieles. Ich befürchte, dass sie kurz vor Schluss vielleicht sogar noch diese großartige Chance vergeben, aufzusteigen." Günter Netzer bei NDR 90,3

HSV baut Druck auf, trifft aber nicht

30.Spieltag, 20.04.2019 13:00 Uhr

Hamburger SV

1

Erzgeb. Aue

1

Tore:

  • 0:1 Zulechner (43.)
  • 1:1 Wintzheimer (53.)

Hamburger SV: Pollersbeck - G. Sakai, Lacroix, van Drongelen, Douglas Santos - Janjicic - Narey, B. Özcan (64. Hwang), Mangala, Jatta (68. Lasogga) - Wintzheimer (76. Hunt)
Erzgeb. Aue: Männel - Kalig, Wydra, S. Breitkreuz - Rizzuto, Fandrich, Riese, D. Kempe (46. Kral) - Hochscheidt - Krüger (77. Iyoha), Zulechner (60. Testroet)
Zuschauer: 52354

Weitere Daten zum Spiel

Wer nach dem gefühlten Sieg in Köln gehofft hatte, der HSV würde den Abstiegskandidaten mit Rückenwind von Beginn an wegfegen, sah sich getäuscht. Die beiden Teams duellierten sich auf Augenhöhe, schön anzusehen war das nicht. Erstmals einen Hauch von Gefahr gab es in der 20. Minute, aus guter Position schlenzte Hamburgs Berkay Özcan den Ball aber genau in die Arme von Torhüter Martin Männel. Nach knapp einer halben Stunde gelang es den Hanseaten, den Druck ein wenig zu erhöhen. Aue wusste sich häufiger nur noch mit Fouls zu helfen - Standards rund um den Sechzehner waren die Folge. Nach einem Freistoß landete der Ball beim freistehenden Vasilije Janjicic, der Schweizer schoss aber deutlich drüber (28.). Khaled Nareys Trickschuss unter der Mauer hindurch wurde noch abgefälscht (30.). Nach der folgenden Ecke brannte es lichterloh in Aues Strafraum, aber die Gäste blockten gleich drei Schüsse erfolgreich.

Pollersbeck patzt, Zulechner eiskalt

Die Sachsen überstanden die Druckphase und wussten sich zu befreien. Ein Flugball von Calogero Rizzuto fand im Strafraum Clemens Fandrich, dessen Abschluss per Kopf allerdings leichte Beute des bis dahin beschäftigungslosen Julian Pollersbeck war (33.). Zehn Minuten später machte der Hamburger Schlussmann allerdings keine gute Figur. Der U21-Europameister tauchte unter einer Ecke hindurch. Am langen Pfosten lauerte Philipp Zulechner. Und der Österreicher, der einst für den SC Freiburg zu neun Bundesliga-Einsätzen gekommen war, jagte den Ball mit links zum 1:0 unter die Latte (43.).

Wintzheimer trifft erneut

Trotz der bescheidenen Darbietung verzichtete HSV-Coach Wolf zunächst auf Wechsel, sein Team zeigte aber ein anderes Gesicht. Özcans Schuss wurde noch zur Ecke gelenkt (49.), vier Minuten später fiel schon der Ausgleich. Männel irrte bei einer Flanke von Narey durch den Fünfer, Orel Mangala legte gekonnt vor das Tor, wo Wintzheimer wie schon in Köln genau richtig stand und zum 1:1 einschoss (52.). Doch danach verebbte der Offensivdrang zunächst wieder. Wolf brachte mit den zuletzt verletzt fehlenden Hee-Chan Hwang, Pierre-Michel Lasogga und Aaron Hunt gleich drei frische Offensivkräfte für die Schlussphase. Zumindest Letzterer sorgte prompt für Gefahr.

Sein erster Abschluss prallte an den Außenpfosten (78.), kurz darauf hatten die Zuschauer schon den Jubelschrei auf den Lippen. Hunt zirkelte einen Freistoß über die Mauer, Männel war chancenlos - der Ball prallte aber von der Unterkante der Latte zurück ins Feld (86.). In der Nachspielzeit hatte dann auch Lasogga noch seinen Moment, dem Stoßstürmer missriet die Ballmitnahme vor Männel jedoch völlig (90.+3), und so blieb es beim 1:1.

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 20.04.2019 | 15:00 Uhr

00:51

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