Stand: 24.05.2020 15:59 Uhr

HSV gegen Bielefeld überlegen, aber ineffizient

von Hanno Bode, NDR.de

Der HSV ist im Spitzenspiel der zweiten Fußball-Bundesliga nicht über ein enttäuschendes 0:0 gegen Tabellenführer Arminia Bielefeld hinausgekommen. Enttäuschend deswegen, weil die Hamburger im Geisterspiel zu überzeugen wussten und überlegen waren, jedoch auch beste Chancen ungenutzt ließen. Die Hanseaten verpassten es somit nicht nur, den Rückstand auf die Ostwestfalen auf vier Zähler zu verkürzen. Sie versäumten es zudem, den VfB Stuttgart auf drei Zähler zu distanzieren. Die drittplatzierten Schwaben unterlagen bei Holstein Kiel mit 2:3.

Hecking vom Ergebnis enttäuscht

"Wir sind vom Ergebnis her schon ein Stück weit enttäuscht, weil wir - denke ich - die bessere Mannschaft mit den klareren Torchancen waren. Davon müssen wir natürlich ein, zwei Tore machen. Dann wäre ich sehr, sehr zufrieden gewesen. So bin ich sehr zufrieden über die Art und Weise, wie wir gespielt haben", sagte HSV-Coach Dieter Hecking.

Pohjanpalo vergibt frühe Führung

Die Hanseaten zeigten eine ansprechende fußballerische und taktische Leistung, die phasenweise durchaus Bundesliga-Ansprüchen genügte.

In puncto Effizienz war es allerdings keine Erstliga-reife Vorstellung. Wie bereits in der Vorwoche beim 2:2 in Fürth betrieb der sechsmalige deutsche Meister Chancenwucher. So hätte Joel Pohjanpalo die Hausherren bereits nach fünf Minuten in Führung bringen müssen, als er alleine auf Stefan Ortega zustürmte, jedoch am ausgefahrenen Fuß des Keepers scheiterte. Der aus Leverkusen ausgeliehene Zielstürmer trat hernach bis zur Halbzeit nicht mehr groß in Erscheinung. Stattdessen schlüpfte sein Teamkamerad Martin Harnik nach besagter vergebenen Möglichkeit in die Rolle des Torjägers a.D. Der Routinier zielte bei seinen beiden Gelegenheiten (8., 12.) nicht präzise genug, sodass Ortega jeweils klären konnte.

HSV stürmisch, Bielefeld abwartend

Damit war die erste Sturm- und Drangphase der Gastgeber beendet. Die Hecking-Elf hatte zwar weiterhin mehr Ballbesitz, lief sich aber immer wieder in der vielbeinigen Bielefelder Abwehr fest. Das ernüchternde HSV-Zwischenfazit zur Pause: viel Aufwand, wenig Ertrag. Und die Arminia? Wohlwollend beschrieben, haushaltete sie geschickt mit ihren Kräften und ließ den Gegner sich austoben. Objektiv betrachtet war es im ersten Abschnitt ein destruktiver Auftritt des Tabellenführers. Eine richtig gute Chance besaßen die Ostwestfalen dennoch durch ihren Top-Torjäger Fabian Klos, der vom früheren Rostocker Cebio Soukou gut in Szene gesetzt wurde. Weil Verteidiger Timo Letschert den Angreifer beim Abschluss noch entscheidend störte, war dessen Schuss kein großes Problem für Schlussmann Daniel Heuer Fernandes (27.).

Leibold scheitert am Pfosten

27.Spieltag, 24.05.2020 13:30 Uhr

Hamburger SV

0

Arm.Bielefeld

0

Tore:
Hamburger SV: Heuer Fernandes - Leibold, van Drongelen, Letschert, Vagnoman - Fein - Hunt, Dudziak (60. Kinsombi) - Kittel, Pohjanpalo (60. Hinterseer), Harnik (76. Jatta)
Arm.Bielefeld: Ortega - Hartherz, Nilsson, Pieper, Kunze (73. Schipplock) - Hartel, Prietl, Weihrauch - Yabo (65. Clauss), Klos, Soukou (65. Voglsammer)
Zuschauer:

Weitere Daten zum Spiel

Der HSV blieb nach dem Seitenwechsel seiner Linie treu - und dass gewiss nicht zur Freude seiner Fans an den Endgeräten. Denn auch in Abschnitt zwei war das Hecking-Team ein sehr, sehr freundlicher Gastgeber. Sonny Kittel verfehlte nach lediglich 30 Sekunden freistehend das 1:0, kurz darauf setzte Pohjanpalo aus wenigen Metern einen Kopfball neben das Gehäuse (48.). Der glücklose Finne war inzwischen gegen Lukas Hinterseer ausgewechselt worden (60.), als Tim Leibold das Kunststück fertigbrachte, eine gefühlvolle Harnik-Flanke aus der Nahdistanz an den Pfosten zu nicken (67.). Ein 3:1 oder 4:1 für die Gastgeber wäre zu diesem Zeitpunkt möglich und verdient gewesen. Stattdessen hätte beinahe ein 0:1 auf der Anzeigetafel aufgeleuchtet.

Denn wie bereits in Durchgang eins brachten die Arminen Klos auch in Hälfte zwei einmal in aussichtsreiche Abschlussposition. Duplizität der Ereignisse: Der 32-Jährige scheiterte erneut an Heuer Fernandes (78.). Es war bereits die letzte nennenswerte Offensivaktion in einem über weite Phasen recht einseitigen Spitzenspiel. "Ich glaube, wir können viel, viel besser Fußball spielen. Hamburg hatte die klareren Chancen", resümierte Bielefeld-Trainer Uwe Neuhaus.

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 24.05.2020 | 22:50 Uhr

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