Stand: 04.01.2020 14:10 Uhr

Paukenschlag: Möller Daehli verlässt FC St. Pauli

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Mats Möller Daehli vom FC St. Pauli wechselt zum KRC Genk.

An ihm hingen nicht wenige Hoffnungen auf ein besseres Jahr, nun muss der FC St. Pauli ganz ohne ihn auskommen: Mats Möller Daehli verlässt die Kiezkicker und wechselt unverzüglich zum KRC Genk. Der belgische Erstligist verkündete am Sonnabendvormittag den Transfer, während Möller Daehlis ehemalige Teamkollegen beim Trainingsauftakt auf dem Platz an der Kollaustraße schwitzten. Der 24-jährige Norweger, der eigentlich noch bis 2021 an die Hamburger gebunden war, erhält in Genk einen Vertrag über dreieinhalb Jahre. Für St. Pauli ein harter Schlag: Mit einem Treffer und sieben Torvorlagen, aber auch mit seinem nimmermüden Einsatz war Möller Daehli einer der besten Zweitliga-Spieler der Saison und hinterlässt eine große Lücke im Kader.

Wirtschaftliche Gründe für den Transfer

"Mats kam schon Ende des vergangenen Jahres mit dem Wunsch auf uns zu, sich zu verändern. Er hat uns sehr stark zu verstehen gegeben, dass er die Möglichkeit unbedingt wahrnehmen möchte nach drei Jahren. Mit der Perspektive, europäisch zu spielen und Richtung Nationalmannschaft", erklärte FCSP-Manager Andreas Bornemann. Trainer Jos Luhukay sagte: "Wir hätten das gern anders gesehen, aber man muss dem Wunsch des Spielers auch entgegenkommen. So ist Fußball. Wenn sich Spieler so gut präsentieren, dann kommt automatisch Interesse von anderen Clubs. Und dann ist immer auch die Frage, ob man das aufhalten kann."

Dass St. Paulis Verantwortliche dem Transfer trotz laufenden Vertrags zustimmten, hat natürlich wirtschaftliche Hintergründe. "Mats hätte aufgrund einer Klausel im kommenden Sommer zu deutlich geringeren Konditionen wechseln können", betonte Bornemann, der zur Höhe der Ablösesumme keine Angaben machte, aber auf Nachfrage hinzufügte, dass es noch einen erfolgsabhängigen Nachschlag oder eine Weiterverkaufsbeteiligung geben könnte.

Möller Daehli: "Werde das Millerntor nie vergessen"

Möller-Daehli wandte sich via Instagram an die Hamburger Fans: "Drei Jahre lang war der FC St. Pauli mein Leben. Ich bin so stolz darauf, für diesen Verein gespielt zu haben. Ich werde das Millerntor nie vergessen."

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Bornemann: "Wir wollen die Gruppe straffen"

Bornemann hatte jüngst angekündigt: "Wir wollen die Gruppe straffen, um auch die Arbeit auf dem Trainingsplatz und die Atmosphäre in der Kabine besser zu gestalten." Doch so hatte sich der Manager die Umsetzung sicher nicht vorgestellt.

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Trotzdem tut Handeln Not: Sage und schreibe 32 Feldspieler kamen bei den Hamburgern im ersten Zweitliga-Halbjahr zum Einsatz. Kein Wunder, dass der geneigte Zuschauer nur selten den Eindruck hatte, da stünde eine eingespielte Mannschaft auf dem Platz. Spielern ohne Perspektive sollen Wechsel nahegelegt, einige der vielen Talente nur noch im Regionalliga-Team eingesetzt werden. Doch spätestens nach dem Abgang des besten Spielers, werden für Bornemann auch Neuzugänge drängender. Wobei der Manager meinte, die "sportlich große Lücke" womöglich auch intern schließen zu können.

Zwei Testspiele im Trainingslager in Spanien

Trainer Jos Luhukay muss - auch ohne Neuzugänge - in den kommenden Tagen an der Elbe beim Zweitliga-Elften den Grundstein dafür legen, dass sein Team in den verbleibenden 16 Spielen nicht wieder in der Tabelle hinten reinrutscht. Vom 12. bis zum 20. Januar arbeiten die St. Paulianer dann im Trainingslager in der Nähe von Valencia. Für die Zeit in Spanien wurden Testspiele gegen die beiden Ligakonkurrenten SV Wehen Wiesbaden (16. Januar) und Arminia Bielefeld (18. Januar) vereinbart. Zum ersten Pflichtspiel treten die St. Paulianer am 28. Januar (20.30 Uhr) bei der SpVgg Greuther Fürth an.

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 04.01.2020 | 15:25 Uhr