VIDEO: Werder-Coach Kohfeldt: "Eine gefährliche Situation" (3 Min)

Werder Bremen: "Same procedure as last year"?

Stand: 07.12.2020 10:34 Uhr

Werder Bremen droht in diesem Winter das gleiche Szenario wie im Vorjahr. Trainer Florian Kohfeldt sieht zwar eine "gefährliche Situation", glaubt jedoch, dass sein Team diesmal besser gewappnet ist.

von Johannes Freytag

Die Parallelen sind offenkundig - Werder Bremen steht in der Fußball-Bundesliga nach zehn Spieltagen exakt so da wie vor einem Jahr: Zwei Siege, fünf Remis und drei Niederlagen haben die Hanseaten verbucht und damit vier Zähler Vorsprung auf den Relegationsrang. Kein Wunder, dass Trainer Florian Kohfeldt nach dem 1:2 gegen den VfB Stuttgart im NDR Alarm schlägt und von "einer gefährlichen Situation" spricht. Das habe er vor zwölf Monaten zwar auch getan, so der Werder-Coach, damals allerdings nur intern. Nun also der öffentliche Appell: "Wir dürfen uns nicht in die Tasche lügen und müssen extrem wachsam sein. Wir müssen es schaffen, so schnell wie möglich wieder zu punkten - egal, gegen wen."

Restprogramm 2020 lässt Schlimmes ahnen

Womit Werders Problem deutlich wird. Denn die Gegner in der ab kommenden Sonnabend anstehenden englischen Woche haben es in sich.

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Fußball-Tabelle © Panthermedia,  Screenshot/NDR Foto: Tobias Eble

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Am 12. Dezember treten die Bremer bei RB Leipzig an, dann kommt am 15. Dezember Borussia Dortmund ins Weser-Stadion. Und wer glaubt, dass der Tabellenvorletzte 1. FSV Mainz 05 am 19. Dezember der passende Gegner für den Turnaround ist, der sei an das Vorjahr erinnert: Werder kassierte zunächst gegen eben jene Rheinhessen eine 0:5-Heimklatsche und verabschiedete sich danach mit einem 0:1 beim damaligen Tabellen-15. Köln auf einem Abstiegsplatz in die Weihnachtspause.

Kohfeldt: "Wir sind da, wo wir sein wollen"

Aus der vergangenen Saison habe man aber viel gelernt, erklärte Kohfeldt. "Realistisch sind wir genau da, wo wir sein wollen, wenn wir über unsere Saisonziele reden." Das sei eine "ganz andere Ausgangslage". Zudem sei das Team "fußballerisch und als Mannschaft" besser als zu Saisonbeginn: "Wir punkten aber weniger - und das macht mir Sorgen." Werder habe in den vergangenen beiden Spielen in Wolfsburg (3:5) und gegen Stuttgart dem Gegner "mindestens sechs Tore geschenkt" - das dürfe einfach nicht passieren, so die Trainer-Analyse.

Werders Offensive zu harmlos

Dumme Gegentore sind die eine Sache, Sorgen dürfte Kohfeldt aber auch die fehlende Durchschlagskraft in der Offensive bereiten, in der Mittelstürmer Niclas Füllkrug und Flügelflitzer Milot Rashica weiterhin verletzt ausfallen werden. Yuya Osako hatte in der fünften Minuten der Partie gegen Stuttgart die Riesen-Gelegenheit zum Führungstreffer, vergab aber freistehend. Der Japaner blieb somit im siebten Einsatz torlos, wie auch Tahith Chong, der sogar schon neun Partien absolviert hat. Joshua Sargent hat zwar schon einmal getroffen (beim 1:1 in Frankfurt), wartet aber weiter auf den Durchbruch.

Den erlebt derzeit Johannes Eggestein, dummerweise aber nicht im Werder-Trikot, sondern für den Linzer ASK, an den der 22-Jährige verliehen ist. Sieben Tore in elf Pflichtspielen schlagen für Eggestein zu Buche, darunter sogar zwei in der Europa League. "Er wäre jetzt mit Sicherheit eine Option für Einsätze in unserer Startelf", gab Kohfeldt unumwunden vor der Partie gegen Stuttgart zu: "Ich freue mich, wenn er im nächsten Sommer mit neuem Selbstbewusstsein wiederkommt."

Hoffnungen ruhen auf Selke

So ruhen die Bremer Hoffnungen auf Davie Selke. Der 25-Jährige ist nach längerer Verletzungspause zwar noch nicht wieder bei 100 Prozent seiner Leistungsfähigkeit, sorgte nach seiner Einwechslung aber sichtlich für Belebung im Bremer Offensivspiel und erzielte in der Nachspielzeit immerhin noch ein Tor.

"Davie wird noch sehr wichtig für uns sein", erklärte Kohfeldt. Und wird dann sehr teuer: Steigt Werder nicht ab, greift im kommenden Sommer eine Kaufpflicht, und die Norddeutschen müssen zehn Millionen Euro für den Angreifer an Hertha BSC überweisen. Viel Geld für den klammen Club, der die laufende Saison nur dank eines 20-Millionen-Kredits überstehen kann und sportlich aus dem Tritt geraten ist.

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Fußball und Tabelle © picture-alliance/ dpa, NDR.de/Screenshot Foto: Patrick Bernard

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Sportclub | 06.12.2020 | 22:50 Uhr

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