Stand: 08.06.2020 11:12 Uhr

Werder Bremen: Letzte Hoffnung Füllkrug?

von Johannes Freytag, NDR.de
Werder Bremens Niclas Füllkrug © imago images Foto: Nordphoto
So war es zu Saisonbeginn - und soll es wieder werden: Niclas Füllkrug bejubelt einen Treffer für Werder.

Die Angriffsreihe von Fußball-Bundesligist Werder Bremen konnte sich zu Saisonbeginn sehen lassen. Yuya Osako erzielte in den ersten vier Partien drei Treffer, Niclas Füllkrug war mit zwei Toren und einem Assist im gleichen Zeitraum ebenfalls in glänzender Form. Osako verletzte sich anschließend, fiel sechs Wochen aus und läuft seitdem seiner Form hinterher. Füllkrug zog sich fast zeitgleich mit Osako einen Kreuzband- und Außenmeniskusriss zu und kehrte erst vor Kurzem ins Mannschaftstraining zurück. Am kommenden Sonnabend beim Gastspiel in Paderborn soll der 26-Jährige erstmals wieder zum Kader der Norddeutschen zählen - Füllkrug ist einer der letzten Hoffnungsträger im fast aussichtslos erscheinenden Abstiegskampf der Bremer.

Kohfeldt freut sich auf "spielstarken Boxspieler"

"Ich will den Druck nicht auf seine Schultern packen und sagen: Endlich kommt der Messias wieder. Er wird nur eine Alternative von der Bank sein, mehr nicht", sagte Trainer Florian Kohfeldt zwar, schob jedoch hinterher: "Aber als spielstarker Boxspieler ist Niklas sicherlich ein Element, das wir so nicht haben. Ich freue mich darauf, seine Mentalität im Kader zu haben."

Füllkrug: "Gebe alles dafür, ein Tor zu schießen"

Füllkrug selbst brennt auf sein Comeback: "Ich weiß, dass ich, sobald ich auf dem Platz stehe, auf jeden Fall alles dafür geben werde, ein Tor zu schießen. Und wenn der Ball hoch reinkommt, werde ich auf jeden Fall zum Kopfball gehen - und dann mal sehen, ob er drin ist oder nicht", sagte der Angreifer im Interview mit "werder.tv". Nicht nur "spielerisch" wolle er eine Kompenente sein, "sondern auch außerhalb des Platzes", betonte Füllkrug: "Denn ich glaube, dass es ganz gut ist, ein paar solcher Spieler in der Mannschaft zu haben, die unangenehme Dinge ansprechen und Leute persönlich ansprechen." Er wisse zwar nicht, ob das dem Team helfen werde, aber: "Zu Saisonbeginn hat es ja auch ganz gut harmoniert mit der Mannschaft."

Kohfeldt: "Ziel ist der Relegationsplatz"

Zu Saisonbeginn hatte Werder auch noch Europapokal-Ambitionen. Von diesem Ziel verabschiedeten sich die Bremer Anfang November, um im Februar zu erkennen, dass es nur noch um den Klassenerhalt geht.

Nach der Corona-Pause folgte Mitte Mai der Neustart mit einem kurzen Zwischenhoch - doch spätstens seit dem jüngsten 0:1 gegen den VfL Wolfsburg dürfte auch dem optimistischsten Werder-Fan klar sein, dass der Verbleib in der Bundesliga auf direktem Weg nicht mehr möglich ist. "Wir kämpfen um den Relegationsplatz, das ist unser erstes Ziel", sagte Kohfeldt.

"Es sind noch vier Spiele. Und in vier Spielen ist es möglich, drei Punkte Rückstand aufzuholen. Wenn wir das schaffen sollten, haben wir noch zwei weitere Spiele. Dann haben wir eine Chance, in dieser Liga zu bleiben", ergänzte der Werder-Coach, der seinem Team gegen Wolfsburg eine "leidenschaftliche Leistung" attestierte.

"Leichtes" Restprogramm trügerisch

Der Blick auf das Restprogramm gibt auf den ersten Blick Hoffnung. Mit etwas Zählbarem gegen den designierten Meister FC Bayern rechnet zwar niemand, aber gegen Schlusslicht Paderborn, den Tabellen-15. Mainz 05 und den Tabellen-11. 1. FC Köln sollte Werder punkten können. Nimmt man aber allein die Tabelle zum Maßstab, hat auch Hauptkonkurrent Fortuna Düsseldorf im FC Augsburg und Aufsteiger Union Berlin noch zwei vermeintlich lösbare Aufgaben vor sich. Sollte der Tabellen-16. diese beiden Spiele gewinnen, würden Werder wegen der schlechteren Tordifferenz auch drei Siege vermutlich nicht mehr helfen.

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Sportclub | 07.06.2020 | 23:05 Uhr

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