Stand: 28.05.2020 10:00 Uhr

Werder Bremen: "Für Euphorie null Platz"

Werder Bremens Aufsichtsratschef Marco Bode © imago images / Joachim Sielski
Aufsichtsratschef Marco Bode sieht einen Aufwärtstrend bei Werder - mehr aber auch nicht.

Marco Bode kennt das Fußball-Geschäft bestens. Schon als aktiver Fußballer war er mit der Schnelllebigkeit seiner Branche konfrontiert - jetzt, als Aufsichtsratschef des abstiegsbedrohten Bundesligisten Werder Bremen, ist es nicht anders. Vor eineinhalb Wochen, nach dem 1:4 gegen Leverkusen, hagelte es Kritik an der Clubführung, wurde die Trennung von Trainer Florian Kohfeldt gefordert. Werder hielt an Kohfeldt fest, es folgten das 1:0 in Freiburg und das 0:0 gegen Gladbach. Vor dem Gastspiel auf Schalke am Sonnabend (15.30 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) zeigte sich Bode entsprechend zufrieden mit der Entscheidung.

Bode: Kritikern fehlt der Einblick

Man möge sich nur einmal vorstellen, Werder hätte Kohfeldt entlassen und dann diese beiden Ergebnisse geliefert, sinnierte Bode im Podcast der NDR 2 Bundesligashow: "Alle hätten gesagt, es wäre der Effekt des neuen Trainers gewesen."

Das Titelbild des NDR 2 Bundesligashow-Podcasts © istockphoto Foto: Aksonov

AUDIO: Bode, Schult und ausrutschende Bayern 2015 (52 Min)

So aber zeige sich, dass es damit gar nichts zu tun gehabt habe. Die Situation sei nun einmal "ein wenig komplexer". Deswegen ärgert sich Bode auch über viele externe Kritiker, die "nur die Spiele oder die Ergebnisse sehen". Intern habe man einfach ganz andere Einblicke: "Wir kennen die handelnden Personen und wissen, warum sie wie entschieden haben." Allerdings: Wenn der Klassenerhalt nicht gelingen sollte, "steht alles auf dem Prüfstand", sagte Bode: "Da würde ich dann nichts ausschließen wollen."

Gegen Gladbach vergab Werder vor allem in der starken zweiten Spielhälfte den möglichen Sieg. "Ja, wir sind schon ein wenig enttäuscht", gab Bode zu, wenngleich er vor der Partie einen Punktgewinn gegen ein Top-Team wie den Tabellenvierten als "okay" bewertet hätte. Es sei "eines unserer besten Saisonspiele zu Hause gewesen", erklärte der Ex-Profi, mahnte aber zugleich: "Für Euphorie ist jetzt null Platz." Zumal sich die Situation für die Bremer am Mittwochabend durch den Düsseldorfer 2:1-Sieg gegen Schalke noch einmal verschlechtert hat. Der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt jetzt schon fünf Zähler (bei einem Spiel weniger).

"Ein Freund hat mir gesagt: Meine Kinder kennen noch keinen anderen deutschen Meister als Bayern München. Ich weiß nicht, ob es gut für Kinder ist, so aufzuwachsen." Werder-Aufsichtsratschef Marco Bode im NDR 2 Podcast

Kohfeldt: Fitness der Spieler gibt Hoffnung

Die beiden Partien bei den kriselnden Schalkern (seit zehn Spielen ohne Sieg) und anschließend das Nachholspiel am Mittwoch zu Hause gegen den Kellerkonkurrenten Eintracht Frankfurt sind für Werder jetzt richtungsweisend.

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Vier Punkte aus den jüngsten zwei Spielen machen Mut, mehr aber auch nicht: "Wir müssen diese Mentalität durchhalten", das sei ohnehin schwierig genug, erklärte Bode.

Das ist auch Trainer Kohfeldt klar: "Wir sind nicht in dem Stadium, dass ich sagen kann: 'Wenn wir so weitermachen, wird alles gut.' Wir haben noch sieben Finals, das muss uns allen klar sein." Zuversichtlich stimmt den Werder-Coach die Fitness seiner Profis: "Die veränderte Physis ist definitiv die größte Hoffnung, dass es jetzt so weitergeht. Wenn die Jungs diese Wege gehen können und nicht schon tot sind, wenn der Ball an ihren Fuß kommt, haben wir ganz andere Möglichkeiten, Fußball zu spielen."

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Dieses Thema im Programm:

Die NDR 2 Bundesligashow | 30.05.2020 | 15:00 Uhr

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