Maximilian Arnold sitzt frustriert auf dem Rasen. © imago images / Focus images

VfL Wolfsburg: Gegen Augsburg aus dem Stimmungstief

Stand: 04.10.2020 08:31 Uhr

Der VfL Wolfsburg empfängt heute in der Fußball-Bundesliga den FC Augsburg. Wie verarbeiten die "Wölfe" das bittere Scheitern in der Europa League?

VfL Wolfsburg gegen den FC Augsburg - da werden bei vielen Anhängern Erinnerungen wach an das denkwürdige 8:1 vor 17 Monaten in der Fußball-Bundesliga, mit dem sich der VfL im letzten Spiel von Trainer Bruno Labbadia direkt für die Gruppenphase der Europa League qualifizierte. Doch wenn heute (15.30 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) die Augsburger wieder zu Gast am Mittellandkanal sind, befinden sich die "Wölfe" im Stimmungstief.

Wie verkraftet die Mannschaft die Last-Minute-Niederlage in Athen, mit dem das internationale Geschäft für die Niedersachsen beendet ist, bevor es richtig losging? "Die Enttäuschung ist riesengroß, gar keine Frage. Aber, wenn man am Boden liegt, muss man auch wieder aufstehen. Das werden wir, das kann ich versprechen", erklärte VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer dem NDR Hörfunk.

Sieben Millionen Euro an Einnahmen fehlen

Das Scheitern in der Europa League ist auch eine Schlappe für Jörg Schmadtke. Der VfL-Manager hatte im vergangenen Jahr Oliver Glasner als Labbadia-Nachfolger geholt - eine Entscheidung, die bislang nicht unbedingt als Erfolgsstory zu bezeichnen ist. Was mit Platz sieben (nach Rang sechs mit Labbadia) noch positiv als Stabilisierung bewertet wurde, wirkt jetzt mit dem verpassten Saisonziel eher negativ als Stagnation. Sieben Millionen Euro an Prämien und TV-Zahlungen entgehen den Wolfsburgern - Geld, das fehlt, um noch einmal auf dem Transfermarkt zuzuschlagen. "Das Erreichen der Gruppenphase hätte einen positiven Effekt auf unsere Handlungsmöglichkeiten gehabt", räumte Schmadtke ein.

Kader muss dringend verstärkt werden

Zwar gibt es nun bis Weihnachten für die VfL-Profis entspanntere Wochen mit weniger Spielen und vielleicht etwas mehr Frische, aber schon in den bisherigen Saisonpartien waren die Wolfsburger Defizite offenkundig: Nach vorn fehlen Tempo und Spielwitz. In den jüngsten vier Pflichtspielen erzielten die "Wölfe" gerade einmal vier Tore - viel zu wenig für internationale Ansprüche. Wout Weghorst, in der vergangenen Saison mit 20 Treffern und sieben Vorlagen in 43 Pflichtspielen Wolfsburgs Bester, zeigt in der laufenden Spielzeit deutlich weniger Durchschlagskraft: Lediglich im ersten Europa-League-Qualifikationsspiel gegen Kukesi traf der Niederländer, ansonsten blieb er in fünf Einsätzen torlos. Auch Sturmpartner Daniel Ginczek hat in drei Spielen erst ein Tor erzielt.

Bislang haben die Niedersachsen in Bartsoz Bialek, Maxence Lacroix und Ridle Baku lediglich drei externe Neuzugänge, zudem halten sich hartnäckig Gerüchte um einen möglichen Abschied von Weghorst oder auch von Josip Brekalo. Montagabend schließt das Transferfenster - für dringend notwenige Verstärkungen läuft den Niedersachsen die Zeit davon.

Augsburg ohne Trainer Herrlich in Wolfsburg

Der FC Augsburg wird nicht vom erkrankten Trainer Heiko Herrlich betreut. Manager Stefan Reuter wies auf der Pressekonferenz am Freitag darauf hin, dass ein Corona-Test bei Herrlich negativ ausgefallen sei. Bei dem 48-Jährigen liege ein Pneumothorax vor, er müsse sich in stationäre Behandlung begeben. Dabei handelt es sich um eine Ansammlung von Luft im Pleuraspalt, also dem Raum zwischen Lunge und Brustwand.

Mögliche Aufstellungen

VfL Wolfsburg: Pervan - Roussillon, Lacroix, Guilavogui, Paulo Otavio - Schlager, Arnold - Steffen, Mehmedi, Brekalo - Weghorst
FC Augsburg: Gikiewicz - Framberger, Gouweleeuw, Uduokhai, Iago - Khedira, Gruezo - Hahn, Caligiuri - Gregoritsch - Niederlechner

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 04.10.2020 | 22:50 Uhr

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